Nachrichten - Verbraucherschutz, Testberichte – Haushalte sollen schnell auf digitalen Empfang umrüsten – Berrit Gräber
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Umstellung Haushalte sollen schnell auf digitalen Empfang umrüsten

Berrit Gräber

01.03.2012

Der Haushalt der nicht bis zum Stichtag auf Digital-Fernsehen umsteigt, wird im Mai vor einem schwarzen Bildschirm sitzen. Foto: Gero Breloer/dapd Photo
Der Haushalt der nicht bis zum Stichtag auf Digital-Fernsehen umsteigt, wird im Mai vor einem schwarzen Bildschirm sitzen.

Foto: Gero Breloer/dapd Photo

Berlin – Am 30. April ist es so weit: Um 3.00 Uhr stellen alle deutschen Fernsehsender die analoge Ausstrahlung ihrer Programme über Satellit ein, ab dann kann Fernsehen und Radio via "Schüssel" nur noch digital in deutschen Wohnzimmern empfangen werden. Doch längst noch nicht alle der fast drei Millionen betroffenen Haushalte hätten schon auf die neue Technik umgerüstet, sagt Veit Olischläger von Klardigital, einer Inititative der Landesmedienanstalten und Sender.

Wer nicht bis zum Stichtag auf Digital-Empfang umsteigt, wird im Mai vor einem schwarzen Bildschirm sitzen. Dabei sei jetzt schon Eile ratsam, sagt Fachmann Olischläger. Bei vielen Fernsehtechnikern könnten zum Endspurt die Termine knapp werden. Schätzungen zufolge dürften am Ende bis zu 1,5 Millionen Bürger in die Röhre gucken, sagt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die wichtigsten Eckpunkte:

Warum wird umgestellt?

Die Digital-Technik gibt es schon seit Jahren, doch die analoge Satellitenübertragung über Astra wurde lange Zeit noch parallel angeboten. Nach über 20 Jahren ist mit der alten Technik jetzt Schluss. Digitale Ton- und Bildsignale sind von deutlich besserer Qualität und weniger störungsanfällig. Die Sender können zudem mehr Programme anbieten sowie zeitversetztes Fernsehen oder Programmführer.

Wer muss sich kümmern?

Knapp drei Millionen Haushalte in Deutschland holen sich nach Angaben von Klardigital das Fernsehen nach wie vor noch analog über Satellit ins Wohnzimmer. Die meisten betroffenen Haushalte werden neuerdings über Laufschriften durchs Fernsehbild darauf aufmerksam gemacht, spätestens bis Ende April umzurüsten. Wer nicht sicher ist, ob er noch analoge Signale empfängt, kann auf Seite 198 im Videotext von ARD, ZDF, RTL, Sat.1 oder ProSieben nachschauen.

Wer ist außen vor?

Ein Großteil der Bürger hat bereits auf die Technik der Zukunft umgesattelt – und muss jetzt gar nichts tun. Über 80 Prozent der Haushalte mit Satellitenschüssel bekommen die Fernsehbilder heute bereits in Digitaltechnik ins Haus. Viele Haushalte haben auch schon auf den modernen HD-Standard umgerüstet, auf das sogenannte High Definition TV.

Wer kann sich ebenfalls zurücklehnen?

Haushalte mit Kabelanschluss sind in der Regel auch nicht von der Abschaltung betroffen. Ihr Kabelnetzbetreiber, der Hauseigentümer oder die Wohnungsbaugesellschaft erledigen alles Notwendige. Ebenfalls außen vor sind Nutzer des terrestrischen Antennenfernsehens DVB-T. Es wird schon digital ausgestrahlt.

Was wird umgerüstet?

Wer noch analog guckt, braucht einen digitalen Satellitenreceiver, der zwischen Fernseher und Sat-Anschlussdose geschaltet wird. Jedes TV-Gerät braucht einen Receiver. Außerdem muss die Satellitenschüssel auf dem Dach einen sogenannten digitaltauglichen Universal-LNB (Low Noise Block) haben. Ist der LNB-Kopf aus dem Jahr 1997 oder älter, ist er wahrscheinlich für Digital-Fernsehen nicht tauglich. Fachleute helfen beim Umbau für die Haushalte

Was kostet der Umbau?

Für den neuen Receiver müssen etwa 30 bis 50 Euro ausgegeben werden. Für den LND-Kopf müssen nochmals rund 10 bis 30 Euro investiert werden. Je mehr TV-Geräte daran hängen, desto teurer wird es. Pro Monteurstunde fallen etwa 70 Euro an, wie Verbraucherschützer Gundall sagt. "Die Kosten sind immer abhängig von der bestehenden Anlage." Wer noch eine über 20 Jahre alte Satelittenschüssel besitzt, einen Röhrenfernseher plus Uralt-Receiver sei gut beraten, sich komplett neu auszurüsten, sagt Olischläger. Das kann allerdings schnell in die Tausende gehen.

Wer muss zahlen?

Mieter müssen für einen neuen Digitalreceiver oder Umbauten an der eigenen Parabolantenne selbst aufkommen, wie Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund erläutert. Nach einem Urteil des Landgerichts Berlin muss der Vermieter die Kosten für einen neuen Receiver nicht erstatten (Aktenzeichen: 77 T 90/03).

Wann ist der Vermieter am Zug?

Nur dann, wenn bei einer Gemeinschaftsverteilanlage im Haus nachgerüstet werden muss. Die Empfangsanlagen sind dann so umzubauen, dass digitale Signale bis in die einzelnen Haushalte geliefert werden. Der Vermieter muss die Umrüstung des LND-Kopfs, wenn nötig auch neue Schalter, Verteiler oder Antennenkabel selbst bezahlen, erklärt der Mieterbund. Aber: Gibt es anschließend mehr Programme, wird der Wohnwert der Haushalte verbessert. Dafür können elf Prozent der Kosten auf die Jahresmiete aufgeschlagen werden. Ist der Vermieter laut Mietvertrag verpflichtet, den Empfang von TV für Haushalte zu ermöglichen, muss er in jedem Fall auf eigene Kosten nachrüsten.

(dapd)

 

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