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17.02.2008
Amersfort/Niederlande – Der 104-jährige Johannes Heesters ist am Samstag nach 44 Jahren erstmals wieder in seiner niederländischen Heimat aufgetreten. Wegen seiner umstrittenen Karriere im nationalsozialistischen Deutschland wurde er dort lange Zeit boykottiert, auch der Auftritt am Samstagabend in seinem Geburtsort Amersfoort war von Protesten begleitet. Es galten scharfe Sicherheitsvorkehrungen: Gäste mussten eine Passkopie abgeben und wurden am Theatereingang wie am Flughafen durchsucht.
Rund 50 Demonstranten protestierten gegen den Auftritt Heesters. Einige Neonazis marschierten unangekündigt für Heesters auf und bewarfen andere Demonstranten mit Eiern. Die Polizei nahm mehrere von ihnen zeitweise fest.
In schwarzem Anzug mit adretter Fliege trat „Jopi“ schließlich im De Flint-Theater auf. Der Saal hat 800 Plätze. Der Sänger hatte sich erst von einem Sturz am Silvesterabend erholt, bei dem er sich in seinem Ferienhaus in Tirol mehrere Rippenbrüche zugezogen hatte. Bei seinem letzten Auftritt in den Niederlanden 1964 in Amsterdam wurde er ausgebuht und von der Bühne gejagt.
Heesters hatte während der Nazi-Herrschaft Karriere in Deutschland gemacht. „Ich wurde als Schauspieler engagiert, aber ich habe nie politische Filme gedreht“, hatte er früher erklärt. Da er sich nicht für die offizielle NS-Propaganda eingesetzt hatte, ließen ihn die Alliierten seine Karriere fortsetzen. (AP)
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