Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Heftige Gefechte in Südossetien zwingen Menschen zur Flucht – Misha Dzhindzhikhashvili
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Georgien Heftige Gefechte in Südossetien zwingen Menschen zur Flucht

Misha Dzhindzhikhashvili

11.08.2008

Russische Truppen verlassen gepanzerte Fahrzeuge nahe dem Dorf  Khurcha in Abchasien und eilen zur Grenze mit Georgien. (AP Photo/Vladimir Popov)
Russische Truppen verlassen gepanzerte Fahrzeuge nahe dem Dorf Khurcha in Abchasien und eilen zur Grenze mit Georgien. (AP Photo/Vladimir Popov)

Tiflis – Russische Kampfflugzeuge haben am Montag weiter Ziele in Georgien bombardiert. Hunderte von Menschen flohen in Panik aus ihren Dörfern. In der umkämpften Region Südossetien waren Reporter der Nachrichtenagentur AP Zeugen heftiger Kämpfe.

Nahe der südossetischen Hauptstadt Zchinwali eröffnete eine kleine Gruppe georgischer Kämpfer das Feuer auf eine russische Militärkolonne. Die Soldaten beider Seiten feuerten etwa 30 Minuten aufeinander. Die russischen Streitkräfte erklärten später, alle Georgier seien getötet worden.

Rund zwölf Kilometer südlich von Zchinwali, im Dorf Tkwiawi, das bereits im georgischen Kernland liegt, warf ein russischer Suchoi-Bomber eine Bombe auf ein Wohnhaus ab. Die Wände der Nachbarhäuser fielen in sich zusammen, Dutzende Anwohner rannten schreiend auf die Straße. 18 Bewohner wurden verletzt, sechs von ihnen schwer. Von einem Feld rund 200 Meter vom Dorf entfernt war georgisches Artilleriefeuer zu hören. Der Bombenangriff galt möglicherweise dieser Artilleriestellung.

Hunderte Bewohner Goris flüchten nach Tiflis

In der Umgebung von Zchinwali war die Situation verwirrend: Hunderte georgische Soldaten rückten nach Norden in Richtung der südossetischen Hauptstadt vor, ebensoviele Soldaten zogen sich aber in entgegengesetzter Richtung nach Georgien zurück. Die Regierung in Tiflis hat bereits am Sonntag einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen, angesichts des anhaltenden russischen Vormarschs schienen mehrere Einheiten aber weiter zu kämpfen.

Rund um die georgische Stadt Gori, die nur rund 100 Kilometer westlich der Hauptstadt Tiflis liegt, war bereits am Nachmittag immer wieder Gewehrfeuer zu hören. Soldaten warnten Anwohner vor einem drohenden russischen Einmarsch und forderten sie zur Flucht auf. Hunderte flohen in Panik in Richtung der Hauptstadt, mit allen verfügbaren Verkehrsmitteln. Zahlreiche Menschen standen an der Straße und hofften auf einen Platz in vorbeifahrenden Autos.

Nach der Einnahme von Gori am Abend sagte der Chef des georgischen Sicherheitsrats, Alexander Lomaia, es sei unklar, ob die russischen Truppen bis nach Tiflis vorrücken würden. Russische Kampfflugzeuge bombardierten nach Angaben des georgischen Innenministeriums Ziele am Rande von Tiflis sowie den Schwarzmeerhafen Poti, in dem sich auch wichtige Anlagen zur Ölverarbeitung befinden.

Von der abtrünnigen Region Abchasien kommend rückten die russischen Soldaten in gepanzerten Truppenfahrzeugen bis in die Stadt Senaki im georgischen Kernland vor, rund 30 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt. Dort besetzten sie Polizeistationen.

Im nahegelegenen Sugdidi sah ein AP-Reporter fünf oder sechs russische Soldaten, die vor dem Gebäude einer örtlichen Behörde des Innenministeriums Wache standen. Sugdidi schien nach der Besetzung durch die Russen wie ausgestorben: Panzer und Truppenfahrzeuge patrouillierten in der Stadt, alle Geschäfte waren geschlossen, die Straßen gespenstisch leer. (AP)

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