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Wettbewerbsfähiger werden Hewlett Packard vereint Drucker- und PC-Sparte

Barbara Ortutay

22.03.2012

Hewlett Packard vereint Drucker- und PC-Sparte.   Foto: brit berlin  / pixelio.de
Hewlett Packard vereint Drucker- und PC-Sparte.

Foto: brit berlin / Pixelio

Palo Alto/USA – Mit der Zusammenlegung seiner Drucker- und PC-Sparten will der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) wieder wettbewerbsfähiger werden. In beiden Bereichen schwächelt das Geschäft. Statt Dokumente auszudrucken, tauschen die Nutzer Informationen zunehmend online. Für Hewlett Packard, dessen wirtschaftlicher Erfolg stark vom Verkauf von Druckertinte abhängt, eine nachteilige Entwicklung. Und obwohl Hewlett Packard noch immer der größte PC-Hersteller der Welt ist, hat der Boom von Tablets und Smartphones dem Computer-Absatz geschadet. Von der am Mittwoch bekannt gegebenen Zusammenlegung verspricht sich der Konzern deutliche Einsparungen.

Todd Bradley, seit 2005 geschäftsführender Vizepräsident der PC-Sparte, soll die neue Abteilung leiten. Vyomesh Joshi, geschäftsführender Vizepräsident der Drucker-Sparte, geht nach 31 Jahren bei HP in den Ruhestand. Bei der Zusammenlegung werden wohl auch Arbeitsplätze verloren gehen. 2009 entließ Hewlett Packard bereits 4.400 Angestellte. Im Oktober arbeiteten noch 349.600 Menschen für HP.

Das Unternehmen wolle Sparpotenziale aufdecken, um Geld für Investitionen in wachsende Geschäftsbereiche zu haben, erklärte Hewlett Packard. Der Zusammenschluss werde außerdem die Produktivität und Effizienz steigern. Zudem würde dadurch die Marke gestärkt, der Kundendienst verbessert und die Lieferkette vereinfacht, teilte Hewlett Packard mit. Zusammen machte das Geschäft mit PCs, Druckern und Tinte im ersten Quartal etwa die Hälfte des Unternehmensumsatzes von 30 Milliarden Dollar (22,66 Milliarden Euro) aus.

Insbesondere bei der Verwaltung und beim Marketing sieht der Technologie-Analyst der Investmentfirma Sterne Agee, Shaw Wu, Einsparpotenziale. Allerdings seien diese begrenzt. Kunden würden nicht notwendigerweise ihre PC und Drucker zur selben Zeit kaufen. PCs würden schneller ersetzt als Drucker.

Den Vorstellungen des kalifornischen Unternehmens zufolge soll der Zusammenschluss auch bei der Weiterentwicklung der Markenidentität helfen. Bisher ist es  trotz seiner Größe nicht gelungen, ein einheitliches Markenimage aufzubauen. Anders als Apple oder IBM habe HP keine Persönlichkeit, mit der sich Kunden identifizieren können, sagte Wu. Hewlett Packard müsse deshalb definieren, wofür das Unternehmen stehe.

Leo Apotheker wollte PC-Sparte loswerden

Die Vereinigung der beiden Sparten ist die erste große Sparmaßnahme der im September an die Spitze von Hewlett Packard berufenen früheren Ebay-Managerin Meg Whitman. Ihr Vorgänger, der frühere SAP-Manager Leo Apotheker, wollte die PC-Sparte verkaufen oder ausgliedern. Dieses Vorhaben trug dazu bei, dass er nach nur elf Monaten die Chefetage in der Konzernzentrale in Palo Alto wieder räumen musste. Seit Whitman den Konzern führt, ist von einer Loslösung der PC-Produktion keine Rede mehr.

Seit dem Spitzenjahr 2008 sind die Umsätze der Drucker-Sparte rückläufig. Damals erzielte der Konzern mit dem Verkauf von Druckern und Tinte noch 29,6 Milliarden Dollar Umsatz. In dem im Oktober zu Ende gegangenen Geschäftsjahr waren es noch 25,8 Milliarden Dollar - ein Rückgang von knapp 13 Prozent. Der Gewinn aus dem operativen Geschäft sank in diesem Zeitraum von 4,6 auf vier Milliarden Dollar. Schon Ex-HP-Chef Mark Hurd wollte in seiner Amtszeit von 2005 bis 2010 die Abhängigkeit des Konzerns vom Verkauf von Druckertinte reduzieren.

Die PC-Sparte hielt sich trotz ihrer geringeren Profitmargen besser. Die Erlöse sanken zwar seit 2008 um 6,4 Prozent auf 39,6 Milliarden Dollar, der Gewinn blieb aber stabil bei 2,4 Milliarden Dollar.

Mit der Zusammenlegung seiner Drucker- und PC-Sparten will der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) wieder wettbewerbsfähiger werden. (dapd)

 

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