New York – Versuch und Irrtum – schon seit langem ist bekannt, dass Menschen aus ihren Fehlern eher lernen als aus dem, was sie richtig machen. Dazu trägt möglicherweise der Überraschungseffekt der Erkenntnis bei, dass die eigene Einschätzung falsch war. Nun haben englische Wissenschaftler erstmals im Gehirn ein Frühwarnsignal aufgezeichnet, das verhindern soll, dass frühere Fehler wiederholt werden.
Die Psychologen um Andy Wills von der Universität Exeter präsentierten Versuchspersonen auf einem Computerbildschirm Objekte und ließen sie daraus Vorhersagen treffen. Dabei zeichneten 58 an der Kopfhaut angebrachte Elektroden die Hirntätigkeit auf. Wurden die Teilnehmer mit einem visuellen Reiz konfrontiert, den sie zuvor falsch eingeschätzt hatten, so wurde sofort ein bestimmtes Hirnareal aktiv. Dieser so genannte inferotemporale Kortex ist am Erkennen visueller Objekte beteiligt. Für eine bewusste Überlegung meldete sich das Areal zu schnell – schon nach rund einer Zehntel Sekunde. Dieser Automatismus helfe Menschen, in verschiedensten Alltagssituationen schnell zu reagieren, vermutet Wills im „Journal of Cognitive Neuroscience“.
(Quelle: „Journal of Cognitive Neuroscience“, Vol. 19, S. 843-854) (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Hirnstrukturen enthüllen politische Haltung von Menschen
(13.04.2011)
Gehirn speichert im Schlaf gezielt nützliche Informationen ab
(08.02.2011)
Gartenarbeit gegen Depressionen
(04.07.2010)
Forscher beobachten, wie Meditation das Gehirn aufbaut
(24.09.2009)
Gehirn im Alter profitiert vom Sport
(02.09.2008)
Gehirne älterer Menschen können laut Studie wachsen
(09.07.2008)
Das menschliche Gehirn altert bereits in der Jugend
(19.02.2008)