Foto: © 2012 AP. Photographer: Bilal Hussein
Beirut – Der Chef der radikalislamischen Hisbollah-Miliz hat Israel vor einem Angriff auf die Atomanlagen des Irans gewarnt. Iranische Beamte hätten ihm gesagt, dass der Iran im Falle eines derartigen Angriffs, Israel und Militärstützpunkte der USA in der Region angreifen würden, sagte Scheich Hassan Nasrallah dem libanesischen Fernsehsender Al Majadin am Montag. Er habe von iranischen Vertretern gehört, "dass die Vergeltung enorm sein wird und der Iran einen Anschlag auf seine Atomanlagen nicht verzeihen wird."
"Amerika übernimmt die Verantwortung für das, was Israel tut", sagte Nasrallah weiter. Die USA verfügen am Persischen Golf über mehrere Militärstützpunkte, unter anderem in Katar und Kuwait.
Die Hisbollah gilt als enger Verbündeter des Irans, der die Gruppe mit Waffen und Geld unterstützt. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die im Libanon aktive Miliz mit Vergeltungsschlägen reagieren würde, sollte der Iran angegriffen werden. Israelische Regierungsvertreter haben die Möglichkeit von Luftangriffen gegen die iranischen Atomanlagen angedeutet, sollte es der internationalen Gemeinschaft nicht gelingen, das Atomprogramm Teherans mit Sanktionen und Diplomatie zu stoppen.
Die USA und ihre Verbündeten verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach der Entwicklung von Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies.
Zwar habe seine Organisation keine chemischen Waffen, aber ihre Raketen könnten Ziele in ganz Israel zerstören und damit "dieselben Ergebnisse" wie mit Massenvernichtungswaffen erzielen, sagte Nasrallah am Montag.
Die Hisbollah lieferte sich zuletzt 2006 Gefechte mit israelischen Streitkräften, die in den Südlibanon einmarschierten. Dabei wurden rund 1.200 Libanesen und 160 Israelis getötet. Die Hisbollah feuerte damals etwa 4.000 Raketen auf Israel. Experten gehen davon aus, dass die Gruppe seitdem ihr Waffenarsenal aufgestockt hat.
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