Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
09.04.2007
London – HIV-infizierte Mütter sollten ihre Babys nur mit Muttermilch ernähren. Ausschließliches Stillen senkt das Risiko der Kinder deutlich, sich mit dem Aids-Erreger anzustecken, wie eine südafrikanische Studie zeigt. Wird die Muttermilch dagegen durch tierische Ersatzmilch oder feste Nahrung ergänzt, steigt das Risiko einer HIV-Übertragung. Die Forscher fordern in der Fachzeitschrift „The Lancet“ eine Überarbeitung der derzeitigen internationalen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), von UNICEF und von UNAIDS zur Ernährung von Säuglingen.
Stillen könnte in Entwicklungsländern die Sterberate von Kindern generell um 13 bis 15 Prozent reduzieren. Allerdings kann das HI-Virus unter Umständen durch die Muttermilch übertragen werden. Frühere Schätzungen sahen dieses Risiko bei 10 bis 20 Prozent, unterschieden aber nicht zwischen ausschließlichem Stillen und der Ergänzung mit anderen Lebensmitteln.
Dies taten nun Forscher der Universität von KwaZulu-Natal in einer Studie. Demnach senkt ausschließliches Stillen das Risiko einer HIV-Ansteckung deutlich. Kinder, die zusätzlich Milchersatz erhielten, hatten eine doppelt so hohe Infektionswahrscheinlichkeit. Zufütterung von fester Nahrung erhöhte das Risiko sogar um das Elffache. Die Sterblichkeit von zusätzlich gefütterten Babys war im Alter von drei Monaten doppelt so hoch wie die jener Kinder, die nur gestillt wurden. Die Forscher bewerten das Resultat als „definitiven Beweis, dass der frühe Einsatz von fester Nahrung und Ersatzmilch das HIV-Transmissionsrisiko schon von Geburt an erhöht“.
(Quelle: „The Lancet“, Vol. 369, S. 1107-1116) (AP)
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