Aktuelle Nachrichten – Deutschland
16.01.2011
Foto: Timm Schamberger/dapd
Berlin – Die Hochwasserlage hat sich am Wochenende an zahlreichen Flüssen in Deutschland weiter zugespitzt. Insbesondere in Bayern am schiffbaren Main und an der schiffbaren Donau sowie in Brandenburg an der Schwarzen Elster stiegen die Wasserstände in den vergangenen Tagen. Auch an der Elbe in Westmecklenburg sowie in Sachsen blieb die Situation angespannt. In anderen Bundesländern wie etwa Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hingegen entspannte sich die Lage, die Pegel sanken dort zumeist.
In Bayern traten am Main bei steigender Tendenz am Sonntag Ausuferungen und Überschwemmungen der zweithöchsten Meldestufe 3 auf, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Die Hochwasserwelle befand sich am Vormittag unterhalb von Schweinfurt. Stromabwärts stiegen die Pegelstände weiter an. In Regensburg entspannte sich die Lage. In Passau wurde nach leichter Entspannung eine neue Flutwelle erwartet. Auch auf baden-württembergischer Seite stiegen die Wasserstände des Mains. Bei Wertheim sollten die Pegel deutlich ansteigen und voraussichtlich den Höchststand vom vergangenen Mittwoch übertreffen.
Wesentlich undramatischer als befürchtet war die Hochwasserlage am Wochenende in Regensburg. Dort stieg das Wasser der Donau langsamer als erwartet. Auch in Würzburg entspannte sich die Situation. Für Montagmorgen wurde dort zwar eine zweite Hochwasserwelle erwartet, diese sollte aber Prognosen zufolge deutlich niedriger ausfallen als zunächst befürchtet.
Der Wasserstand der Elbe in Dömitz in Westmecklenburg näherte sich unterdessen einer weiteren kritischen Marke. Am Sonntagmorgen wurde an der Elbe in Dömitz ein Wasserstand von 5,50 Metern gemessen, wie NDR 1 Radio MV berichtete. Ab 5,80 Meter gelte Alarmstufe 2. Auch in Sachsen stieg die Elbe weiter an. Im Freistaat gelte noch für alle Flüsse eine Warnstufe, allerdings könne vielerorts von einer deutlichen Entspannung gesprochen werden, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt auf dapd-Nachfrage.
Die Hochwasserlage an der Schwarzen Elster in Brandenburg blieb ebenfalls angespannt. Die höchste Alarmstufe im Landkreis Elbe-Elster galt laut Sprecher des Landkreises, Torsten Hoffgaard, weiterhin. Allerdings stiegen die Wasserstände in Herzberg nur noch leicht, in Bad Liebenwerda stagnierten sie seit der Nacht zu Sonntag sogar.
In Hessen hingegen entspannte sich die Situation. Am Oberlauf der Fulda sowie am Rhein seien die Pegel gesunken, sagte ein Sprecher des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) am Sonntag auf Anfrage. Dagegen müsse an Werra und Weser mit steigenden Pegelständen gerechnet werden. Auch an Rhein und Ruhr in Nordrhein-Westfalen wurde Entwarnung gegeben. Der Rhein-Pegel bei Köln erreichte am Morgen mit 8,68 Metern seinen Höchststand, wie der Leiter der dortigen Hochwasserschutzzentrale, Reinhard Vogt, sagte. Damit blieb er deutlich unter der erwarteten Neun-Meter-Marke. An der Ruhr fielen die Pegel am Wochenende bereits wieder flächendeckend.
Das Hochwasser des Rheins bei Koblenz in Rheinland-Pfalz überschritt den Scheitelpunkt am Sonntag. Wie eine Sprecherin des Hochwassermeldezentrums auf Anfrage sagte, erreichte der Fluss in der Nacht den Scheitelpunkt mit einer Höhe von 7,30 Metern. Am Morgen sei er bereits wieder auf 7,25 Meter gesunken.
(dapd)
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