Aktuelle Nachrichten – Panorama
23.04.2011
London – Wie mag es sich wohl anfühlen, zufällig denselben Hochzeitstermin gewählt zu haben wie Prinz William und seine Kate Middleton? Während der Tag der alles überstrahlenden königlichen Traumhochzeit näherrückt, fragen sich hunderte Paare in ganz Großbritannien leicht gequält, wie sie damit umgehen sollen, dass das Rampenlicht bereits prominent besetzt ist.
Die 37-jährige Sharon Hannon sagt, sie habe anfänglich bestürzt reagiert, als im Fernsehen unter einem Bild des Prinzen und seiner Zukünftigen plötzlich ihr eigenes Hochzeitsdatum aufgeleuchtet habe. "Natürlich war das zuerst ein völliger Schock", erinnert sie sich. "Ich dachte: Warum mussten sie sich denselben Tag aussuchen wie wir?"
Das Interesse der Medien ist groß. Webseiten zur Hochzeitsplanung im Internet sind zugepflastert mit Anfragen von Journalisten, die mit Paaren sprechen möchten, die ebenfalls am 29. April den Bund fürs Leben schließen. Die Zeitung "The Daily Mail" will zehn Tage lang über eines von ihnen berichten, um "die hunderte Paare zu würdigen, die auch am Tag der königlichen Hochzeit heiraten". Lokalzeitungen drucken Fotos von strahlenden künftigen Bräuten und schreiben darüber, wie glücklich – oder unglücklich – diese darüber sind, dass ihr großer Tag noch außergewöhnlicher werden wird als eigentlich geplant.
Einige klagen darüber, dass der eigens wegen der Hochzeit von William und Middleton ausgerufene Feiertag dazu führt, dass Blumenhändler und Partyservice in ihrem Ort an jenem Wochenende geschlossen bleiben. Andere freuen sich darüber, dass der zusätzliche arbeitsfreie Tag es manchen Gästen überhaupt erst erlaubt, zu ihrer Hochzeit zu kommen. Viele sagen, dass es schwierig werden dürfte, den Glanz Middletons auch nur annähernd zu erreichen.
Das befürchtet auch Hannon, die mit ihrem künftigen Mann ein Gasthaus bei Glasgow betreibt. "Noch mehr als eine Königshochzeit geht nicht", sagt sie. "Wenn man eine Zeitung kauft, wenn man durch die Fernsehsender zappt, alles dreht sich um die königliche Hochzeit. Es gibt kein Entrinnen."
Einige hundert Kilometer weiter, in der englischen Kleinstadt Spalding, wohnt ein Paar, das das Zusammentreffen der Termine mit Humor nimmt. In ihrer Einladung zur Trauung weisen die 38-jährige Fritha Ansell und ihr Bräutigam Will Dolton scherzhaft darauf hin, dass ein gemeinsamer Empfang mit dem Prinzen und seiner Braut leider abgesagt werden müsse. "Realistischerweise wäre es vielleicht eine gute Idee, wenn Ihr Eure Brieftaschen mitbringt, denn Kate und Will werden wohl nicht für kostenlose Getränke sorgen, wie wir das eigentlich gehofft hatten", heißt es in dem Schreiben an die Gäste. Das Paar sandte eines davon sogar an Williams Büro im St.-James-Palast. Zu Ansells Überraschung kam tatsächlich eine Antwort – "ein sehr netter Brief" mit einer höflichen Absage.
Ansell, die in einem Kinderheim arbeitet, verweist darauf, dass der Feiertag aus Anlass der königlichen Hochzeit dem Paar ein langes Wochenende beschert hat und es sein eigenes großes Fest nun noch mehr genießen kann. Und auch Gäste von außerhalb hätten es deshalb leichter zu kommen. "Das ist sehr nett von ihnen", sagt Ansell mit Blick auf William und Middleton.
Die 27-jährige Sioned Tym-Crowther legte ihre eigene Trauung sogar ganz bewusst auf den Tag der königlichen Eheschließung. "Das ist wie unsere eigene königliche Hochzeit", sagt die Versicherungsangestellte aus Sheffield. Vor allem sei es ihr und ihrem Lebensgefährten Ben Smith dabei um das lange Wochenende gegangen. Der einzige Wink, der an die fast gleichzeitig in London stattfindende Hochzeit erinnern werde, seien Tassen im Stil von "Will and Kate" mit aufgedruckten Fotos von Smith und Tym-Crowther.
Vermutlich werde sie mit ihren Brautjungfern die Zeremonie am Morgen im Fernsehen verfolgen und dabei Sekt trinken, während sie sich auf ihre eigene Hochzeit vorbereite. "Ich freue mich darauf, zuzuschauen und zu sehen, wie ihr Kleid ausschaut." Und auch Sharon Hannon, die zunächst nicht besonders glücklich über die Gleichzeitigkeit der Termine war, hat sich damit abgefunden. Zwar habe man ihr geraten, den Fernseher nicht anzuschalten, während sie sich selbst auf ihre Trauung vorbereite, aber ihr seien Zweifel gekommen. "Ich erinnere mich an Dianas Hochzeit, und ich würde Kates Hochzeit gerne sehen, aber ich will nicht einschalten und sie mit meiner eigenen vergleichen", sagt sie. Und fügt hinzu: "Aber einen winzig kleinen Blick werfe ich am Morgen vielleicht doch drauf."
(dapd)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Kate Middleton auf dem Weg zur künftigen Königin
(20.04.2011)
Von der Bürde der Kate Middletons
(20.04.2011)
Kate Middleton und das Vermächtnis der Diana
(20.04.2011)
Mittelschicht, Bourgeoisie, Hochadel
(20.04.2011)
Kate und William auf letzter offizieller Reise vor Hochzeit
(11.04.2011)