Medizin – Hoffnung im Kampf gegen fortgeschrittenen Hautkrebs – DAPD
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Mausversuche sehr erfolgreich Hoffnung im Kampf gegen fortgeschrittenen Hautkrebs

DAPD

14.08.2009

Bonn – Im Kampf gegen den schwarzen Hautkrebs verspricht eine – bislang aber nur an Mäusen erprobte – neue Kombinationstherapie enorme Fortschritte. Wissenschaftler der Universität Bonn konnten mit dem Verfahren selbst schwer kranke Tiere erfolgreich behandeln: Sowohl die Primär-Tumoren in der Haut als auch die Metastasen verschwanden vollständig. Jetzt soll die neue Behandlungsmethode an Menschen getestet werden.

Die Forscher unterzogen die krebskranken Mäuse zunächst einer Chemotherapie. Im Anschluss spritzten sie den Tieren Killerzellen des Immunsystems in die Blutbahn, die Hautkrebszellen spezifisch erkennen können. Zusätzlich injizierten sie künstlich hergestelltes Viren-Erbgut, um die natürliche Immunabwehr in Alarmbereitschaft zu versetzen. Notwendig für den Erfolg der Therapie waren alle drei Komponenten, wie die Mediziner betonen: Alleinige Chemo- oder Immuntherapien blieben weitgehend unwirksam.

Schlüssel zum Erfolg war den Wissenschaftlern zufolge die Nutzung eines uralten körpereigenen Abwehrsystems: Normalerweise mache das Immunsystem Krebszellen den Garaus, erklärt der Direktor des Bonner Uni-Instituts für Klinische Chemie und Pharmakologie, Gunther Hartmann. In vielen Fällen erkenne es jedoch die entarteten Tumorzellen nicht als Feind. Durch den Einsatz von künstlicher Erbsubstanz ließen sich diese Tumoren gewissermaßen enttarnen, sagt der Experte: „Wir nutzen dabei einen Abwehrmechanismus unseres Körpers gegen Viren.“

Tumorzellen werden in die Zange genommen

Die Zellen erkennen das Erbgut von Viren laut Hartmann mit Hilfe spezifischer Rezeptoren. Dies führe zur Aktivierung der körpereigenen Abwehr. „Mit neuen Designer-Molekülen können wir diese Rezeptoren sowohl in Immunzellen als auch direkt in Tumorzellen gezielt stimulieren“, erklärt der Professor. Dieses neue Therapieprinzip nehme Tumorzellen in die Zange und treibe sie in den Selbstmord.

In Deutschland erkranken Schätzungen zufolge jedes Jahr rund 22.000 Menschen neu an einem malignen Melanom. 2.300 Patienten sterben im gleichen Zeitraum an den Folgen. Der schwarze Hautkrebs gilt deshalb als besonders aggressiv und bösartig, weil er sehr schnell Metastasen in Lymphknoten und inneren Organen bildet. Lässt er sich chirurgisch entfernen, ist eine Heilung möglich. Im fortgeschrittenen Stadium versagen jedoch etablierte Behandlungsmethoden wie die Chemo- und Strahlentherapie. (AP)

 

 

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