Börse – Hohe Milliardenverluste wegen globaler Finanzkrise – DAPD
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Hohe Milliardenverluste wegen globaler Finanzkrise

DAPD

30.03.2008

Berlin – Wegen der globalen Finanzkrise drohen in Deutschland Verluste bei Banken und anderen Instituten von 27 bis 38 Milliarden Euro. Das geht laut „Spiegel“ aus einer Vorlage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hervor. Weltweit seien danach Abschreibungen von mindestens 430 Milliarden US-Dollar wahrscheinlich, also von 272 Milliarden Euro. Die Bundesregierung stellte klar, dass sie den nach Fehlspekulationen angeschlagenen Landesbanken nicht aus der Krise helfen wird. Die in Existenznot geratene Mittelstandsbank IKB bekam am Wochenende einen neuen Aufsichtsratschef.

Der „Spiegel“ zitierte aus einem BaFin-Dokument, wonach das Ausfallrisiko, das Finanzinstitutionen durch fehlgeschlagene Spekulationen rund um minderwertige US-Hypothekendarlehen im ungünstigsten Fall verkraften müssen, weltweit sogar bis zu 600 Milliarden Dollar beträgt. Dieses Szenario müsse aber nicht zutreffen. „Nach gegenwärtiger Marktlage und Kenntnis halten wir einen Betrag von 430 Milliarden US-Dollar für wahrscheinlicher“, heiße in dem 16-seitigen Papier.

Die Expertise listet laut „Spiegel“ auch schon eingeräumte Verluste auf: insgesamt 295 Milliarden Dollar. Auf deutsche Banken entfallen den Angaben zufolge davon rund zehn Prozent. Von der BaFin gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht.

Oerter folgt IKB-Chefkontrolleur Hartmann

Zwei Tage nach der turbulenten IKB-Hauptversammlung verständigte sich der Aufsichtsrat am Samstag in Düsseldorf darauf, den 55-jährigen Werner Oerter an seine Spitze zu berufen. Oerter ist Direktor der staatlichen Bankengruppe KfW und war am Donnerstag neu in den IKB-Aufsichtsrat gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Ulrich Hartmann an, der den Posten turnusgemäß niedergelegt hat.

In der Diskussion über die Zukunft der IKB ließ der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagfraktion, Carsten Schneider, Widerstand gegen einen schnellen Verkauf erkennen. Stattdessen solle die KfW die IKB komplett übernehmen und auch deren marode Investmentvehikel Rhineland Funding und Rhinebridge in ihre Bücher übernehmen, fordere Schneider im „Spiegel“. Sämtliche Risiken sollten durch den Bund abgesichert werden.

„Der Staat kann eine solche Krise wie derzeit aussitzen“, meinte Schneider. Nach sieben bis acht Jahren könne die Bank mitsamt ihrem Portfolio Gewinn bringend verkauft werden. „Das ist allemal besser, als sie jetzt zum Schnäppchenpreis zu verschleudern.“ Zur Absicherung der IKB, die durch Spekulationen mit minderwertigen US-Hypothekendarlehen in Schieflage geriet, sind schon mehr als sechs Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln bereitgestellt worden.

Keine Finanzhilfen des Bundes für Landesbanken

In einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion heißt es laut „Bild“-Zeitung: „Die Bundesregierung schließt Finanzhilfen des Bundes für Landesbanken aus.“

Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein hatte am Freitag gesagt, er halte bei der Bayerischen Landesbank auf Grund der Finanzmarktkrise Belastungen in Höhe von vier Milliarden Euro für möglich. Er sei sich sicher, dass die Belastungen deutlich über die bisher bekannten 1,9 Milliarden Euro hinausgehen würden, sagte der CSU-Politiker einer Zeitung. CSU-Parteichef Erwin Huber wurde am Freitag in seinem Schweizer Urlaubsort nach Informationen des „Spiegels“ von dieser Ankündigung Becksteins überrascht. Huber zeigte sich dem Bericht zufolge intern verärgert über das Vorpreschen, weil in der CSU-Führung abgesprochen gewesen sei, dass die neuen Zahlen am Donnerstag von der Bank vorgestellt werden sollten. (AP)

 

 

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