Auto und Verkehr - Aktuelle Nachrichten – Hoher Benzinpreis: Mineralölkonzerne machen ungerechtfertigt hohe Gewinne – Michael Wojtek
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Studie Hoher Benzinpreis: Mineralölkonzerne machen ungerechtfertigt hohe Gewinne

Michael Wojtek

21.03.2012

Der Benzinpreis erreicht einen neuen Höchststand, laut einer Studie ungerechtfertigt. Foto: AP Photo/Thomas Kienzle
Der Benzinpreis erreicht einen neuen Höchststand, laut einer Studie ungerechtfertigt.

Foto: AP Photo/Thomas Kienzle

Berlin – Die Grünen haben die Benzinpreis-Politik der Mineralölkonzerne unter die Lupe genommen und ihnen Abzocke der Verbraucher vorgeworfen. Einer am Mittwoch veröffentlichten Auftragsstudie der Grünen-Bundestagsfraktion zufolge wurden die Autofahrer in einem Monat mit überhöhtem Benzinpreis um 100 Millionen Euro erleichtert. Auch der ADAC kritisierte das Vorgehen der Multis. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) wies die Vorwürfe zurück.

Laut Studie, die den Zeitraum der vergangenen drei Monate untersuchte, hätte der Benzinpreis an der Tankstelle durch den gestiegenen Rohölpreis und das Währungsverhältnis Dollar/Euro um rund 6,6 Cent pro Liter steigen dürfen. Stattdessen seien es mehr als elf Cent gewesen. Die Mineralölbranche habe damit rund 4,7 Cent pro Liter zusätzlich auf den Benzinpreis geschlagen, denen keine Kosten gegenüberstünden. Lege man diese 4,7 Cent auf die getankte Menge Benzin in Deutschland in einem Monat um, komme man auf die Zahl 100 Millionen Euro.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte unter Verweis auf die Studie, es sei "ärgerlich, dass die Mineralölkonzerne im Windschatten der Irankrise ihre Gewinne auf Kosten der Verbraucher ausweiten". Es gebe keinen funktionierenden Wettbewerb bei den Tankstellen. Das Bundeskartellamt habe nicht die gesetzlichen Möglichkeiten, um hier stärker zu kontrollieren und einzugreifen. Deswegen müssten die Rechte des Kartellamts umgehend gestärkt werden.

"Geschäftspolitik ist nicht hinnehmbar"

Der ADAC warf den Mineralölkonzernen vor, sie versuchten, die Autofahrer mit nicht mehr nachvollziehbaren Preissprüngen an den Zapfsäulen abzukassieren. "Diese Geschäftspolitik ist nicht hinnehmbar", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer. Nach Beobachtungen des Automobilclubs änderte sich der Benzinpreis an den Tankstationen mehrmals am Tag mit Verschiebungen von bis zu zehn Cent, Meyer forderte die Bundesregierung auf, für eine Verbesserung der Wettbewerbssituation auf dem Kraftstoffmarkt zu sorgen.

 

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