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Amtsübernahme Hollande neuer Präsident von Frankreich

dapd Paris

15.05.2012

Der neue Präsident von Frankreich François Hollande bei seiner Amtseinführung.   Foto: PHILIPPE WOJAZER/AFP/GettyImages
Der neue Präsident von Frankreich François Hollande bei seiner Amtseinführung.

Foto: PHILIPPE WOJAZER/AFP/GettyImages

Paris – Der neue französische Präsident François Hollande hat bei seiner Amtseinführung einen neuen politischen Kurs für Frankreich angekündigt. "Unser wichtigstes Kapital ist die Bildung und die Wissenschaft", sagte der Sozialist am Dienstagnachmittag. "Nicht das Geld darf regieren, sondern Gerechtigkeit und Tugend". Kurz nach seiner feierlichen Amtsübernahme als siebter Präsident der fünften französischen Republik beschwor Hollande in seiner Antrittsrede auch eine neue Politik in Europa.

Er werde seinen europäischen Partnern einen Pakt vorschlagen, der einerseits das Defizit verringern aber auch das Wachstum stimulieren solle, erklärte er. Es könne nicht akzeptiert werden, dass eine Mehrheit der Bürger unter der Krise leide und eine Minderheit weiter davon profitiere.

Zuvor hatte Hollande im Elysée-Palast seinen konservativen Vorgänger Nicolas Sarkozy getroffen. Das minutiös fest gelegte Ritual will es, dass der scheidende Präsident seinem Nachfolger die Regeln zur Bedienung der französischen Atombombe und auch einige sensible Dossiers erklärt. Die Inhalte dieser rund zwanzigminütigen Unterhaltung bleiben traditionell geheim. Sarkozy verließ den Elysée-Palast unter dem Beifall einiger Anhänger am Straßenrand und an der Seite seiner Frau Carla Bruni. Nach Medienberichten wollte Sarkozy zu einem zweiwöchigen Urlaub mit seiner Frau und seiner Tochter aufbrechen.

Verzicht auf pompöse Feier

Präsident François Hollande hob sich mit seinem Festakt bewusst von Sarkozy ab: Hatte der Konservative vor fünf Jahren seine Familie, Stars und reiche Freunde zur Zeremonie eingeladen, trat Hollande nur mit seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler auf. Zudem hatte Hollande die französischen Nobelpreisträger und die Vertreter aller großen Gewerkschaften Frankreichs eingeladen. Ein Symbol für seine Verbundenheit mit der Arbeiterklasse und der Wissenschaft, die er im Laufe seines Wahlkampfs mehrfach beschwor. Als einer der ersten Amtshandlungen will Hollande 60 000 neue Lehrer einstellen. In seiner Rede hob er auch die große künftige Rolle der erneuerbaren Energien für Frankreich hervor.

Treffen am Abend mit Merkel in Berlin

Am frühen Abend dann sollte der Staatspräsident François Hollande bei seinem ersten Auslandsbesuch Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin treffen. Auch die kommenden Tage werden noch spannend: Am Mittwoch wird Präsident François Hollande sein Kabinett vorstellen. Seine Zusammensetzung wird darüber entscheiden, wie kompromissbereit seine Regierung sein wird, zum Beispiel was die Ratifizierung der europäischen Beschlüsse betrifft.     (dapd)

 

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