Panorama - Aktuelle Nachrichten – Hollywood und Bollywood auf der Berlinale – Nathalie Waehlisch und Holger Mehlig
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Aktuelle Nachrichten – Panorama

Erster deutscher Film hochgelobt Hollywood und Bollywood auf der Berlinale

Nathalie Waehlisch und Holger Mehlig

12.02.2012

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert präsentierte während der Berlinale ihren Film "Captive". Foto: AP Photo/Michael Sohn
Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert präsentierte während der Berlinale ihren Film "Captive".

Foto: AP Photo/Michael Sohn

Berlin – Mehr Glanz geht nicht: Am Wochenende haben das Hollywood-Traumpaar Angelina Jolie und Brad Pitt, Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan, die französische Diva Isabelle Huppert und Clive Owen die 62. Berlinale besucht. Hunderte Fans harrten trotz eisiger Temperaturen an den roten Teppichen aus, um Autogramme und Fotos zu ergattern. Derweil nahm auch das Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären an Fahrt auf: Hochgelobt von der Kritik wurde der erste von drei deutschen Beiträgen: Christian Petzolds DDR-Drama "Barbara".

Jolie präsentierte am Samstagabend im Haus der Berliner Festspiele ihr Regie-Debüt "In The Land Of Blood And Honey", ein Film über den Jugoslawienkrieg. Zusammen mit ihrem Partner Brad Pitt schritt sie vor Hunderten kreischenden Fans über den roten Teppich und verteilte Autogramme. Die rund 800 Besucher, darunter Ex-Außenminister Joschka Fischer und seine Frau Minu Barati, feierten die gut zweistündige Produktion mit langanhaltendem Applaus. Der Film kann allerdings keinen Bären gewinnen, da er in einer Nebensektion gezeigt wird.

Jolies wichtigster Film

"Von allen Filmen, die ich je gemacht habe, ist das der wichtigste", sagte Jolie auf einer Pressekonferenz. "Er ist meinem Herzen am nächsten." Jolie erzählt die Geschichte des serbischen Soldaten Danijel und der Bosnierin Ajla, die sich verlieben. Sie wird in ein Internierungslager verschleppt, in dem Frauen vergewaltigt werden. Dort trifft sie Danijel wieder, der ihr helfen will.

"Brangelina" verweilen länger in der Stadt. Am Donnerstag war Jolie mit ihren Kindern im Legoland gesichtet worden, am Freitag hatte sie Bundesaußenminister Guido Westerwelle zu einem Gespräch getroffen, am Montag wird sie mit Pitt auf der Cinema-for-Peace-Gala erwartet.

Kreischalarm gab es auch beim Auftritt von Shah Rukh Khan, der schließlich doch noch zur Deutschlandpremiere seines neuen Films "Don – The King Is Back" zu den Internationalen Filmfestspielen gereist war. Auf dem Festival wird die Produktion ebenfalls in einer Nebenreihe gezeigt. Der indische Superstar hatte seine Reise zur Berlinale wegen einer schweren Erkältung verschieben müssen. Darüber hinaus kam auch Clive Owen zu den Festspielen, um "Shadow Dancer" zu präsentieren, ein Drama über die blutigen Folgen des Nordirland-Konflikts.

Nina Hoss als Ärztin

Der Wettbewerb nahm derweil an Fahrt auf. Petzolds "Barbara" wurde hochgelobt. Der Regisseur beschreibt das Leben einer jungen Ärztin in der DDR Anfang der 80er Jahre. Die von Nina Hoss dargestellte Medizinerin will zu ihrem Geliebten in den Westen fliehen. Ihr neuer Chef in der Kinderklinik verwirrt sie durch seine zuvorkommende Art jedoch zunehmend.

Petzold, dessen Eltern aus der DDR geflohen waren, war bereits mit "Gespenster" (2005) und "Yella" (2007) im Wettbewerb vertreten. In "Yella" spielte auch Hoss mit. Sie gewann damals als beste Darstellerin den Silbernen Bären. Mit Hans-Christian Schmid ("Was bleibt", 14.2.) und Matthias Glasner ("Gnade, 16.2.) stehen zwei weitere deutsche Regisseure im Wettbewerb. Insgesamt konkurrieren 18 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 18. Februar verliehen werden.

Beifall und zweispältige Reaktionen

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert präsentierte ihren Film "Captive". Das Drama von Regisseur Brillante Mendoza handelt von der Entführung einer Touristengruppe durch die muslimische Abu-Sayyaf-Gruppe auf den Philippinen.

Viel Beifall gab es auch für "Meteora" von Spiros Stathoulopoulos. Der Regisseur zeigt darin in ruhigen und poetischen Bildern die sich zart entwickelnde "verbotene" Liebe eines griechischen Mönchs und einer Nonne – und benötigt dazu nahezu keine Dialoge.

Auf zweispältige Reaktionen bei der Belinale stießen die weiteren Wettbewerbs-Filme: Die italienischen Regie-Brüder Paolo und Vittorio Taviani zeigen in "Caesar Must Die", wie Häftlinge einer römischen Strafanstalt das Shakespeare-Stück "Julius Cäsar" inszenieren. Der spanische Psychothriller "Dictado (Childish Games)" von Antonio Chavarrias handelt von einem scheinbar von Dämonen besessenen Mädchen. (dapd)

Weitere Infos unter: http://www.berlinale.de/

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