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30.11.2009
München – Unmittelbar vor dem Auftakt des Prozesses gegen den mutmaßlichen NS-Täter John Demjanjuk hat der Holocaust-Überlebende Thomas Blatt die Bedeutung dieses Verfahrens unterstrichen. „Bis jetzt hat man nur über deutsche Täter prozessiert, noch nicht über Hilfswachmänner aus den anderen Ländern“, sagte Blatt, der das Vernichtungslager Sobibor überlebt hat, am Montagmorgen in München. Die Anklage wirft dem 89 Jahre alten Demjanjuk vor, dort 1943 als bewaffneter Aufseher in die Opfer aus den Zügen in die Gaskammern getrieben zu haben. Er bestreitet das.
Weiter sagte Blatt kurz vor Prozessbeginn: „Ein Wachmann in der Todesfabrik war ein Mörder. Man sollte sagen, wie das ausgesehen hat in Sobibor.“ Das Verfahren gegen Demjanjuk, der Jahrzehnte in den USA gelebt hatte und nach einem langen Rechtsstreit im Mai nach Deutschland abgeschoben worden war, sei einer der „letzten Prozesse“ dieser Art. Er sei „wichtig, denn die Leute vergessen“. Mit Blick auf Demjanjuk sagte Blatt: „Er hat sich so viele Jahre verstecken können.“
Mit dem 89-jährigen Demjanjuk steht in Deutschland zum ersten Mal ein ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener wegen Beihilfe zum Holocaust vor Gericht. Der mutmaßliche KZ-Wachmann muss sich wegen Beihilfe zum Mord an 27.900 jüdischen Männern, Frauen und Kindern verantworten. (AP)
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