Gesundheit - Aktuelle Nachrichten, Ratgeber und Berichte – Hoppe kritisiert aufgedrängte medizinische Igel-Leistungen – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Eröffnung des Ärztetags Hoppe kritisiert aufgedrängte medizinische Igel-Leistungen

DAPD

31.05.2011

Kiel – Der scheidende Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe hat seine Berufskollegen aufgefordert, ihren Patienten keine teuren Zusatzleistungen zum Selbstzahlen aufzudrängen. Bei den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (Igel) dürfe nicht der Eindruck entstehen, es gehe nur um Zusatzeinnahmen für den Arzt, erklärte Hoppe am Dienstag zur Eröffnung des Deutschen Ärztetags in Kiel. "Wir sind keine Kaufleute und die Patienten keine Kunden." Seine Kollegen mahnte er: "Ziehen Sie den Igeln die Stacheln."

Hoppe, der nach zwölf Jahren an der Spitze der Ärzteschaft nicht erneut für das Amt kandidiert, lobte die schwarz-gelbe Gesundheitspolitik. Es gebe eine neue Dialogkultur mit dem Bundesgesundheitsministerium. Zuvor hätten die Ärzte jahrelang unter dem Vorwurf der Über-, Unter- und Fehlversorgung gelitten, erklärte Hoppe in seinem Redemanuskript. "Es wurde budgetiert, durchökonomisiert und administriert, weit über die Schmerzgrenzen auch von uns Ärzten hinaus."

Der Ärztepräsident wiederholte seine Vorschläge für eine "Priorisierung" von Gesundheitsleistungen zur Unterscheidung von Wichtigem und Unwichtigem. Er begründet dies mit Geldmangel im Gesundheitswesen. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat dem bereits eine Absage erteilt. Doch meinte Hoppe, er bleibe dabei: "Bei begrenzten Ressourcen und steigender Morbidität ist die Diskussion um Priorisierung als Instrument der transparenten Verteilungsgerechtigkeit unabdingbar."

Neue Position zur PID

Der Ärztetag wird sich bis Freitag nicht nur mit der Gesundheitspolitik und der Wahl von Hoppes Nachfolger befassen, sondern auch mit den heiklen ethischen Themen Sterbehilfe und Präimplantationsdiagnostik (PID). Hoppe betonte, dass es bei der Hilfe für Sterbende zur Selbsttötung keine Kurskorrektur der Ärzteschaft gebe. "Es muss jetzt für jeden klar sein, dass Ärzte keinen Suizid unterstützen dürfen, denn Töten gehört nicht in das Handwerkszeug von Ärztinnen und Ärzten", erklärte er.

Dagegen hat die Bundesärztekammer ihre Position zur PID – also zu Gentests an Embryonen aus künstlicher Befruchtung – verändert und plädiert nun für eine begrenzte Zulassung. "Ich habe immer wieder gesagt, dass es mir am liebsten wäre, es gebe weder die Pränataldiagnostik, noch die PID", bekannte er. "Aber das eine bedingt das andere."

An Gesundheitsminister Bahr richtete Hoppe die Forderung, die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zur Abrechnung mit der Privaten Krankenversicherung schnell zu reformieren. Der PKV warf er dabei Wildwuchs und Gier vor. „Dumpingpreise“ für ärztliche Leistungen müssten verhindert werden, meinte Hoppe.

(dapd)

 

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