Medizin – Hormonersatztherapie: Schlaganfall-Risiko sinkt nach Absetzen wieder auf Normalmaß – DAPD
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Wechseljahre Hormonersatztherapie: Schlaganfall-Risiko sinkt nach Absetzen wieder auf Normalmaß

DAPD

13.04.2011

Chicago – Unterziehen sich Frauen in den Wechseljahren einer Hormonersatztherapie (HET), so klingen viele damit verbundene Risiken und Vorteile nach dem Ende der Behandlung offenbar wieder ab. Das zeigt die nachträgliche Auswertung einer Sammelstudie, die ursprünglich wegen der gefundenen Gefahren vorzeitig abgebrochen worden war.

Die Untersuchung sollte die Auswirkungen der Östrogen-Einnahme auf jene Frauen nach der Menopause klären, denen die Gebärmutter entfernt worden war. Die Studie war nach sieben Jahren abgebrochen worden, weil die Einnahme der Hormone vermehrt Schlaganfälle ausgelöst hatte. Im Mittel hatten die Teilnehmerinnen etwa 3,5 Jahre lang entweder Östrogene oder ein Scheinpräparat genommen. Nach dem Absetzen der Hormone verfolgten Mitarbeiter des Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum in Seattle die gesundheitliche Entwicklung von gut 7.600 Teilnehmerinnen über weitere zehn Jahre.

In dieser Zeit sanken die erhöhten Risiken für Schlaganfall, Beinvenenthrombose oder Lungenembolie wieder etwa auf das Niveau jener Frauen, die Scheinpräparate bekommen hatten. Aber auch die Vorteile der Hormontherapie verschwanden, vor allem die niedrigere Gefahr für Frakturen.

"Eine Frau nach der Menopause, deren Gebärmutter entfernt wurde und die eine Einnahme von Östrogenen erwägt, sollte auf die erhöhten Risiken für Gefäßverschlüsse und Schlaganfall hingewiesen werden und darauf, dass diese Gefahr nach dem Ende der Therapie wieder sinkt", schreiben die Mediziner in der Zeitschrift "JAMA".

Allerdings mahnen Experten der Washington Universität in St. Louis in einem Kommentar, Nutzen und Risiken der Hormonersatztherapie seien noch längst nicht geklärt – weder bei kurzer noch bei längerer Einnahmedauer. Sie bemängeln unter anderem, dass fast 70 Prozent der Teilnehmerinnen zu Anfang der Studie schon über 60 Jahre alt waren. Die meisten Frauen seien aber beim Einsetzen der Wechseljahre deutlich jünger.   (dapd)

(Quelle: "Journal of the American Medical Association", Vol. 305, S. 1305-1304)

 

 

 

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