Hannover – Die Deutsche Hospiz-Stiftung fordert eine klare gesetzliche Regelung für die Therapie Sterbenskranker. Der am Donnerstag in Hannover eröffnete Prozess gegen die Krebsärztin Mechthild Bach werde deutsche und europäische Rechtsgeschichte schreiben, erklärte die Organisation. Ihr Vorstand Eugen Brysch kritisierte: „Hier wird versucht, juristisch zu klären, was medizinisch schon längst hätte geregelt werden müssen.“
Im Zentrum müsse die Frage stehen, welche Form der palliativen Therapie zum Wohl und nach dem Willen des Patienten sei und wann nicht mehr von palliativer Therapie gesprochen werden könne, erklärte Brysch. „Die Patienten müssen sicher sein, dass nicht stümperhaft an ihnen herumgedoktert wird. Das würde ein falsches Bild auf die in Deutschland erlaubten Formen der passiven und indirekten Sterbehilfe werfen.“
Die Hospiz-Stiftung, die sich als Patientenschutz-Organisation versteht, setzt sich auch für Aufklärung ein. Immer noch kursierten falsche Informationen über die Gabe und Dosierung von Opioiden. „Es gibt genau zwei Mythen, die vor Morphin zurückschrecken lassen: Morphin mache abhängig, und unter Morphin sterbe man früher. Beide Mythen stimmen im Rahmen einer professionellen, palliativen Therapie nicht“, betonte Brysch.
In Deutschland werden nach seinen Angaben im Rahmen der Schmerzbehandlung 22,2 Kilogramm Morphium pro eine Million Einwohner verbraucht. Damit befinde es sich im europäischen Vergleich im unteren Drittel. „Hier zu Lande wird eher zu wenig anstatt zu viel Morphin gegeben“, meinte Brysch. Morphium sei für viele schwerstkranke und sterbende Menschen im Rahmen einer professionellen Schmerztherapie unverzichtbar. „Anstatt die Morphingabe zu verteufeln, brauchen wir eine verstärkte Aufklärung über diese Form der Medikation“, forderte die Hospiz-Stiftung. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Mechanismus für Nebenwirkungen von Medikamenten entdeckt
(21.02.2008)
Zaubersalbei gilt jetzt offiziell als Droge
(24.01.2008)
Alkoholkonsum bei zehn Millionen Deutschen riskant
(03.05.2007)
Zahl der Drogentoten in Deutschland geht deutlich zurück
(02.01.2007)
(02.05.2006)
Erhöhte Morphingehalte in Mohnsamen
(21.02.2006)
Kakao und Schokolade – Das wohlschmeckende braune Gold
(16.02.2005)