Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Hotelbesitzer in Islamabad wirft Polizei Versäumnisse vor – Zarar Khan
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Blutiger Anschlag Hotelbesitzer in Islamabad wirft Polizei Versäumnisse vor

Zarar Khan

21.09.2008

Pakistanische Armee Offiziere inspizieren die Umgebung um das Mariott-Hotel in Islamabad. (AP Photo/Anjum Naveed)
Pakistanische Armee Offiziere inspizieren die Umgebung um das Mariott-Hotel in Islamabad. (AP Photo/Anjum Naveed)

Islamabad – Nach dem blutigen Anschlag mit 53 Todesopfern in Pakistan hat der Hotelbesitzer die Sicherheitskräfte kritisiert. Die Polizisten in der Umgebung des Hotels hätten den mit Sprengstoff bepackten Müllwagen nie passieren lassen dürfen, sagte der Hotelier Sadruddin Hashwani am Sonntag in Islamabad.

Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani sagte, die Täter hätten das Mariott-Hotel für den Anschlag ausgesucht, weil die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Parlament oder dem Regierungssitz zu strikt gewesen seien. Dort waren nach der Antrittsrede von Staatspräsident Asif Ali Zardari zum Zeitpunkt des Anschlags zahlreiche Regierungsmitglieder zum Abendessen versammelt.

Bei der Explosion einer Autobombe und einem anschließenden Großbrand kamen am Samstag 53 Menschen ums Leben. Getötet wurden auch der tschechische Botschafter in Pakistan und ein US-Bürger. Unter den mehr als 250 Verletzten sind sieben Deutsche, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte.

Die gewaltige Detonation riss ein etwa zehn Meter tiefes Loch in die Straße vor dem Hauptgebäude des Luxushotels. Aus den Fenstern schlugen Flammen, das Gebäude drohte einzustürzen. Es stand stundenlang in Flammen. Auch am Sonntag war das Feuer zunächst noch nicht endgültig gelöscht.

Der Anschlag war einer der schwersten in der Geschichte Pakistans. Präsident Zardari kündigte einen entschlossenen Kampf gegen den Terror an. „Das ist eine Bedrohung, ein Krebsgeschwür in Pakistan, das wir ausrotten werden“, erklärte der Staatschef, dessen Frau Benazir Bhutto im Dezember vergangenen Jahres nach einer Wahlkampfkundgebung ermordet wurde. Justizminister Farooq Naek verglich den Anschlag auf das Hotel mit dem 11. September in den USA.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Es habe aber Geheimdienstinformationen gegeben, dass Extremisten etwas zur Antrittsrede Zardaris vor dem Parlament planten, sagte Malik. Die Sicherheitsvorkehrungen seien deshalb verschärft worden.

Mehrere Ausländer unter Verletzten

Nach pakistanischen Angaben waren unter den rund 250 Verletzten in den Krankenhäusern mindestens 21 Ausländer, darunter Briten, Deutsche und Bürger aus den USA sowie mehreren Nahost-Staaten. Augenzeugen sagten, ein Lastwagen habe gegen 20.00 Uhr (Ortszeit; 16.00 Uhr MESZ) den Metallzaun um das Hotelgelände gerammt. Die Restaurants im Inneren waren um diese Zeit voll besetzt, viele Muslime wollten dort das abendliche Fastenbrechen im Ramadan begehen. Gebäude in mehreren hundert Meter Entfernung wurden durch die Druckwelle beschädigt, zahlreiche Fensterscheiben zersprangen. Polizeisprecher Asghar Raza Gardaizi sagte, vermutlich sei rund eine Tonne Sprengstoff zur Explosion gebracht worden.

Bluttat international verurteilt

US-Präsident George W. Bush verurteilte den Anschlag und sagte Islamabad weitere Unterstützung zu. Die Bluttat sei Teil eines anhaltenden Angriffs auf das pakistanische Volk und zeige, welchen Gefahren Pakistan, die USA und alle, die gegen den gewalttätigen Extremismus kämpften, weiter ausgesetzt seien, sagte Bush.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, dessen Land gegenwärtig den Ratsvorsitz in der Europäischen Union innehat, sprach von einer „schändlichen Tat“ und versicherte den pakistanischen Behörden die Solidarität der EU. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sprach von einem „grotesken Angriff“ ohne jede Rechtfertigung.

Das Marriott-Hotel diente im Afghanistan-Krieg 2001 als Sitz der internationalen Medien. Es war in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Anschlägen, zuletzt im Januar 2007. Damals wurde ein Wachmann getötet, der einen Selbstmordattentäter vor dem Hotel gestoppt hatte. (AP)

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