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Jahrestag der Verfassung Huber würdigt christliche Werte im Grundgesetz

DAPD

22.05.2009

Staatsakt zum 60 jährigen Bestehen der Bundesrepublik. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Mitte, und ihr Mann Joachim Sauer, links, kamen zum ökumenischen Gottesdienst in Berlin und wurden vom Protokollchef des Bundespräsidialamtes Martin Löer begrüßt. (AP Photo/Franka Bruns)
Staatsakt zum 60 jährigen Bestehen der Bundesrepublik. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Mitte, und ihr Mann Joachim Sauer, links, kamen zum ökumenischen Gottesdienst in Berlin und wurden vom Protokollchef des Bundespräsidialamtes Martin Löer begrüßt. (AP Photo/Franka Bruns)

Berlin – Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber hat die Bedeutung christlicher Werte für das Grundgesetz gewürdigt. „Es knüpft an das christliche Menschenbild an, bietet aber allen Bürgerinnen und Bürgern unabhängig von ihren jeweiligen religiösen Überzeugungen eine Heimstatt“, sagte der Bischof bei einem Ökumenischen Gottesdienst zum 60. Jahrestag der Verfassung am Freitag im Berliner Dom.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hob hervor, dass nach den Erfolgen in der Geschichte der Bundesrepublik in diesem wirtschaftlich schwierigen Jahr Zuversicht aus einem tiefen Gottvertrauen zu schöpfen sei. „Denn wie sollte man derart dichten Herausforderungen standhalten ohne Zeit zum Durchatmen“, sagte Huber.

Toleranz des Staates gegenüber der Religion

Neben dem Berliner Bischof wirkten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und weitere Vertreter aus der Ökumene in dem Gottesdienst mit. Unter den Gästen befanden sich Repräsentanten aller Verfassungsorgane des Staates: Bundespräsident Horst Köhler, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesratspräsident Peter Müller und der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier.

Huber würdigte weiterhin die Toleranz der deutschen Verfassung gegenüber der Religionsausübung. „Bei klarer Unterscheidung zwischen dem Staat und den Kirchen ermöglicht sie deren Zusammenwirken zum Wohle der Menschen“, sagte er. Das Grundgesetz respektiere, dass zur politischen Loyalität die Freiheit gehöre, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen.

Politiker sollen Orientierung im Glauben finden

Den Kirchen kommt Huber zufolge auch eine Kontrollfunktion gegenüber dem Staat zu. Sie müssten der Demokratie „in kritischer Solidarität“ begegnen. Nach Ansicht des Berliner Bischofs treten die Kirchen auf die Seite der Menschen, „die ihren Platz in unserer Gesellschaft suchen, die an den Rand geraten und Beistand brauchen“. Gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise sollten auch die Verantwortlichen in der Politik eine Orientierung im Glauben suchen. (AP)

 

 

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