Aktuelle Nachrichten – International
02.11.2006
London - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft der britischen Regierung die Duldung von Folter im Kampf gegen den Terror vor. In mindestens einem Fall habe sie nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 versucht, in einem Strafverfahren unter Folter gewonnene Aussagen zu verwenden, heißt es in einem am Donnerstag in London veröffentlichten Bericht.
Ferner kritisiert Human Rights Watch Abkommen zur Abschiebung von Gefangenen in Länder wie Libyen oder Jordanien, in denen die Abgeschobenen von Folter bedroht seien. Des weiteren wirft die Organisation der Regierung von Premierminister Tony Blair vor, die Misshandlung von Terrorverdächtigen in den USA oder deren heimlichen Transport in Länder, in denen sie möglicherweise gefoltert würden, stillschweigend hinzunehmen.
«Großbritannien wird nicht dadurch sicherer, indem das Tor für Folter geöffnet wird», erklärte einer der Direktoren von Human Rights Watch, Benjamin Ward. «Die wirksamste Antwort auf den Terrorismus ist eine gute Polizei- und Geheimdienstarbeit, und nicht die Aufgabe von grundlegenden Werten.»
Die Regierung wies die Vorwürfe zurück. Großbritannien lehne Folter ab und praktiziere und dulde sie auch nicht, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Er verwies auch darauf, dass Premierminister Blair in einer Pressekonferenz im Dezember 2005 die Unterbringung Terrorverdächtiger im US-Lager Guantanamo auf Kuba kritisiert habe.
(AP)
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