Aktuelle Nachrichten – International
14.05.2011
Beirut – Das gewaltsame Vorgehen gegen Regierungskritiker in Syrien hat allein am Samstag mehr als 500 Menschen in den benachbarten Libanon in die Flucht getrieben. Unter ihnen war nach Behördenangaben auch ein 26-Jähriger mit einer Schussverletzung am Rücken. Ein 30 Jahre alter Mann erlag in einem libanesischen Krankenhaus seinen Verletzungen. In den vergangenen Wochen sind den Angaben zufolge bereits mehr als 5.000 Syrer in den Libanon geflohen.
Auf der libanesischen Seite der Grenze seien seit dem Morgen Schüsse aus der syrischen Stadt Talkalach zu hören gewesen, erklärten Behördenvertreter. Am Vortag hatten Sicherheitskräfte in Syrien das Feuer auf tausende Demonstranten eröffnet und mindestens sechs Menschen getötet. Die syrische Observatorium für Menschenrechte erklärte, am Freitag seien eine Anwältin und Menschenrechtsaktivistin sowie ein 76 Jahre alter Dichter festgenommen worden.
Berichten von Menschenrechtsgruppen zufolge sind seit dem Beginn der Protestbewegung Mitte März mehr als 775 Menschen getötet worden. Das Regime von Präsident Baschar Assad macht für die Demonstrationen Terroristen und Agitatoren aus dem Ausland verantwortlich. Das Informationsministerium kündigte am Freitag an, in den kommenden Tagen werde es im gesamten Land einen "umfassenden Dialog" geben.
(Bassem Mroue ist Korrespondent der Nachrichtenagentur AP)
(dapd)
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