München – Die gezielte Erhitzung von Tumoren kann als ergänzende Therapie die Heilungschancen von Krebspatienten deutlich steigern. Auf den Nutzen dieser so genannten Hyperthermie haben das Tumorzentrum München und die Deutsche Krebsgesellschaft hingewiesen. „Richtig angewendet, kann man die Hyperthermie neben der Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie als vierte Säule der Krebsbehandlung betrachten“, sagte der Präsident der Krebsgesellschaft, Michael Bamberg.
Gerade bei fortgeschrittenen Tumoren könnten damit erstaunliche Erfolge erzielt werden – von einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und einer Lebensverlängerung bis hin zur vollständigen Heilung, betonte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Tübingen. Bei der Hyperthermie wird der Tumor mit Hilfe elektromagnetischer Energie auf 42,5 Grad erhitzt. Die hohen Temperaturen begünstigen eine verstärkte Durchblutung des Krebsgewebes und steigern dadurch erheblich die Wirkung von Strahlen- und Chemotherapien.
Die Experten verwiesen auf die Ergebnisse einer US-Studie. Die Wissenschaftler hatten Frauen mit wiederkehrendem Brustkrebs entweder nur bestrahlt oder aber zusätzlich zur Strahlentherapie auch mit Hyperthermie behandelt. In der Hyperthermiegruppe verschwand der Tumor bei 68 Prozent der Patientinnen, in der reinen Strahlengruppe dagegen nur bei 24 Prozent. (AP)
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