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Der 6-jährige Ben Knight spielt auf dem iPad in einem Einkaufszentrum in London.
Der 6-jährige Ben Knight spielt auf dem iPad in einem Einkaufszentrum in London.
Foto: Peter Macdiarmid/Getty Images

Rauschzustand

iPad: Computer-Tsunami für Kinder

von Junyi Zhang / The Epoch Times, Montag, 19. November 2012 15:00

 

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Julia Campins lebt in Seattle. Ihr Sohn spielte das erste Mal mit einem iPad als er zwei Jahre alt war. Auf einem langen Flug hatte er vier Stunden ununterbrochen geweint und um ihn zu beruhigen gab ihm Julia ihr iPad. Sehr schnell lernte er das iPad zu bedienen und in den nächsten fünf Stunden spielte er Computerspiele und schaute Kinderfilme.

Im folgenden Jahr lud Julia für ihren Sohn Scrabblespiele herunter. Es schien ihr, als würde er sehr schnell die Worte lernen, gleichzeitig befand er sich aber wie in einem „Rauschzustand“, wenn er mit dem iPad spielte. Wenn sie seinen Namen rief, reagierte er nicht. Jeden Abend gab es einen Kampf, wenn sie ihm das iPad wieder wegnahm.

Sandra Calvert, Professorin für Psychologie an der Georgetown Universität in Washington, D.C., sagt, das Kind sei beim Bedienen des iPod hoch konzentriert. Dabei handele es sich um eine ähnliche physiologische Reaktion, als würde ein Kind Lego spielen.The Wall Street Journal berichtete, dass mehr als die Hälfte aller Nutzer von iPad, iPhone oder ähnlichen Touchscreen-Elektronikprodukten Kleinkinder seien.

Schließlich verboten Julia und ihr Mann ihrem Sohn, iPad zu spielen. Da seine Freunde noch nicht viel über Computerspiele redeten, fühlte er den Verlust nicht allzu sehr.

Glücklich und zufrieden mit dem iPad

Daniel Anderson, Professor für Psychologie an der University of Massachusetts, hat herausgefunden, dass Kinder ihren Blick während des Fernsehens nicht anhaltend auf den Bildschirm fixieren. Innerhalb einer Stunde entfernt ein Kind seinen Blick 1.500 Mal vom Bildschirm. Beim iPad konzentrieren sich die Kinder ganz auf den Bildschirm, weil das Gerät sofort reagiert wenn es berührt wird. Dies führt zu einem Art „Dialog“ zwischen Gerät und Kind und beansprucht dauerhaft dessen Aufmerksamkeit.

Dimitri Christakis vom Seattle Children´s Research Institute stellte fest: je öfter Kinder fernsehen, umso weniger können sie sich später konzentrieren. Obwohl er noch nicht damit begonnen hat, die Wirkung von Tablett-Computern auf das Kindergehirn zu erforschen, rechnet er hier mit noch gravierenderen Ergebnissen. Die Gefahr sieht Christakis gerade in der vermeintlichen Stärke des iPads, der interaktiven Beziehung zwischen Gerät und Nutzer.

Besonders kritisch dürfte es für die unter dreijährigen iPad-Nutzer aussehen. Denn nach dem aktuellen Stand der Forschung entwickelt sich das Gehirn in den ersten Lebensjahren am schnellsten. Bei der Geburt besitzt ein Mensch circa 2.500 Neuronen. Bis zum dritten Lebensjahr steigt die Anzahl auf bis zu 15.000, danach nimmt sie allmählich wieder ab.

Laut Michael Rich, Direktor des Center on Media and Child Health am Kinderkrankenhaus in Boston, erhöht die Nutzung des iPads die Freisetzung von Dopamin. Diese chemische Reaktion findet normalerweise im menschlichen Gehirn statt, wenn Freude empfunden wird. Viele Spiele, die speziell für Kinder entwickelt wurden, regen gezielt die Freisetzung von Dopamin an. Hat ein Kind im Spiel gewonnen, zeigt das Spielprogramm ein aufregendes Bild oder löst einen spannenden Ton als Belohnung löst. Das Kind freut sich, vertieft sich aber anschließend noch mehr in das Spiel.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Computer statt Bewegung im Freien

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