München – Der verregnete Sommer muss eine romantische Ader haben: Pünktlich zum magischen Hochzeitstermin 07.07.07 legt der Regen zumindest in Teilen des Landes eine kurze Pause ein und lässt blauen Himmel blitzen. Glück für zahlreiche Paare, die die Schnapszahl zu ihrem Hochzeitsdatum gewählt haben. Auch Ingrid Monika Schmitz und Edmund Czihak aus Gilching bei München konnten sich kein besseres Datum vorstellen, um sich zu trauen. Schon um 09.00 Uhr morgens schippern sie samt Hochzeitsgesellschaft von Feldafing am Starnberger See zur Roseninsel hinüber, um sich als eines der ersten von insgesamt sieben Paaren in der Inselvilla das Ja-Wort zu geben.
„Die Zahl Sieben hat mein ganzes Leben geprägt“, sagt Czihak, der leidenschaftlich gern Motorrad fährt. „Bei Motorradrennen bin ich fast immer mit der Nummer sieben an den Start gegangen. Die Zahl hat also ein bisschen magische Kraft für mich.“ Diese zeigte sich wohl am stärksten vor ein paar Jahren, als er seine Frau Ingrid kennen lernte. „Ich hatte einen Motorradunfall, und Ingrid arbeitete als Arzthelferin bei den Chirurgen, die mich operierten. So fing alles an“, erinnert er sich.
Dass sie sich auf der Roseninsel im Starnberger See am 7.7.2007 aber das Ja-Wort geben würden, wusste Ingrid bis vor einigen Wochen noch gar nicht. „Das sollte eine Überraschung von mir sein“, sagt Czihak. „Ich habe den Termin schon vor einem halben Jahr gemacht, aber noch nichts verraten.“
Ganz anders war das bei Nicole Altenhofer und Josef Zellner aus Fürstenzell bei Passau. Sie haben den langen Weg zur Roseninsel extra geplant, um hier den Bund fürs Lebens zu schließen. „Ich bin ein wenig König-Ludwig-Fan, und deshalb haben wir gesagt, dass die Roseninsel der richtige Rahmen für unsere Hochzeit ist“, verrät Zellner. Schließlich flanierte schon der bayerische „Märchenkönig“ Ludwig II. gemeinsam mit Kaiserin Elisabeth „Sisi“ von Österreich entlang des Ufers der kleinen Insel.
„Die Nachfrage nach dem 07.07.2007 als Hochzeitstermin war sehr groß“, berichtet die Leiterin des Feldafinger Standesamtes, Miriam Witzan. Doch allzu viele Paare wollte sie nicht trauen: „Jeder soll es genießen können und nicht das Gefühl einer Massenabfertigung haben.“ Dass die im italienisch-spanischen Stil errichtete Inselvilla ein ganz besonderer Ort ist, um zu heiraten, weiß Witzan – schließlich hat sie vor fünf Wochen dort selbst „Ja“ gesagt.
Im gegenüber des Hofgarten gelegenen Düsseldorfer Standesamt treten die Paare dagegen im Viertelstundentakt vor den Traualtar. Statt der sonst an Samstagen üblichen acht Trauungen sind es an diesem Samstag 30. „Das ist jedoch viel weniger als wir eigentlich erwartet hatten. Wir waren sogar auf 50 Paare eingestellt,“ sagt eine Mitarbeiterin des Standesamtes. Damit alle Trauungen in Ruhe durchgeführt werden konnten, waren sechs Standesbeamte im Einsatz.
Um 11.30 Uhr gaben sich Stefanie und Sascha Hartmann das Ja-Wort, um danach in strahlenden Sonnenschein hinauszutreten. Auslöser für ihre Wahl des Hochzeitstermins war ein Autokennzeichen. Als der 32-jährige IT-Experte im vergangenen Jahr das neue, gemeinsame Auto anmelden wollte, waren alle Kennzeichen mit Bezug zu persönlichen Daten bereits vergeben. „Da habe ich ganz spontan D-SH 7707 genommen,“ erzählt Hartmann. Ebenso spontan habe er auf die Frage seiner Freundin nach der Bedeutung des Kennzeichens gesagt: „Das könnte unser Hochzeitstag werden.“ Einige Zeit später folgte der formvollendete Hochzeitsantrag mit Verlobungsring auf Mallorca. Und so ist natürlich klar: Der Brautwagen trägt genau dieses Kennzeichen.
Auch der 41-jährige Ben Pflieger, der im Schweriner Standesamt mit seiner 35-jährigen Braut Beate den Bund fürs Leben schließt, hat eine Begründung für das besondere Hochzeitsdatum: „Unsere drei Kinder hören immer wieder gern das Märchen von den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen, und da fanden wir diesen Tag mit den vielen Siebenen ganz passend“, erklärt er. Keine Rolle habe die Tatsache gespielt, dass man sich den Hochzeitstag besser merken kann, „denn wir haben beide ein gutes Gedächtnis“, sagt der Bräutigam. „Allerdings betrachten wir die Sieben auch als Glückzahl“, ergänzt die frischgebackene Gattin.
Die Sieben als Glückzahl gaben auch der 49-jährige Uwe Falkenberg und und seine vier Jahre jüngere Ehefrau Kerstin an, die beide als drittes von 18 Paaren an diesem Tag in Schwerin die Ringe tauschten. „Bei mir hat aber auch das leicht zu merkende Datum eine Rolle gespielt“, räumt der Bräutigam ein. „Wir haben uns deshalb schon im vergangenen September um diesen Termin bemüht.“
Besonders romantisch ist die Hochzeit von Jutta und Manfred Janssen: Sie schließen im Leuchtturm im ostfriesischen Pilsum den Bund fürs Leben. Allein in dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Pilsumer Leuchtturm geben sich an diesem Tag mehr als ein Dutzend Paare das Ja-Wort. Und auch ein Promi-Paar hat sich das besondere Datum für den besonderen Anlass ausgesucht: Auf Schloss Stein bei Nürnberg treten die Schauspielerin Mariella Ahrens und Patrick Graf Faber-Castell vor den Traualtar, um ihrer standesamtlichen Trauung vom vergangenen Dezember noch eine kirchliche Hochzeit hinzuzufügen. (AP)