Trends – Im Trend oder voll daneben - Zitate der Spitzenpolitiker zur Krise – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Trends

Von Hoffnung und Irrglaube Im Trend oder voll daneben - Zitate der Spitzenpolitiker zur Krise

DAPD

28.06.2012

Wohin weht der Wind der Meinungen den Euro?  Foto: Gerd Altmann / pixelio.de
Wohin weht der Wind der Meinungen den Euro?

Foto: Gerd Altmann / Pixelio

Brüssel – Seit der Lehman-Pleite im Herbst 2008 jagt eine Krise die nächste, nur das Präfix hat sich im Laufe der Jahre geändert: Von der Finanz- zur Wirtschaftskrise, dann geradewegs in die Schulden- und jetzt, so die Hoffnung, möglichst schnell aus der Euro-Krise. Die Staatenlenker kommen kaum zum Durchatmen, und wenn die permanente Krise sie eines lehrt, dann das: Wer etwas besonders vehement ausschließt, muss oft bald darauf das Gegenteil erklären. Nachfolgend eine Auswahl markanter Zitate aus den vergangenen Krisenjahren.

BUNDESKANZLERIN ANGELA MERKEL (CDU):

"Ich halte zum Beispiel den Weg, dass Europa immer nur Kompetenzen hinzubekommen kann, aber nie etwas an die Nationalstaaten wieder zurückgibt, für überprüfungsbedürftig." (im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 24. Juni 2005, damals noch als Oppositionsführerin)

"Wir brauchen vor allen Dingen auch eine politische Union, das heißt wir müssen Schritt für Schritt im weiteren Verlauf doch auch Kompetenzen an Europa abgeben, Europa auch Kontrollmöglichkeiten einräumen." (am 7. Juni 2012 im ARD-"Morgenmagazin", inzwischen als Regierungschefin)

"Der Euro hat sich als krisenfest bewährt." (Regierungserklärung vor dem Bundestag am 15. Dezember 2010)

"Nie habe ich Globalisierung so hautnah erlebt wie in dieser internationalen Finanzmarktkrise und in dieser Weltwirtschaftskrise. Wir haben selten in allen Erdteilen der Welt zum gleichen Zeitpunkt solche Krisensymptome gehabt, die auch keine Ausweichmöglichkeiten mehr bieten." (am 13. Januar 2009 auf einer Pressekonferenz in Berlin zur Rechtfertigung des größten staatlichen Konjunkturpakets in der Geschichte der Bundesrepublik)

"Wir können mit guten Gründen hoffen, dass Deutschland diese Krise meistern wird; dass unser Land stärker aus ihr hervorgehen wird, als es in sie hinein gegangen ist; dass sich eine solche Krise nie mehr wiederholt." (in ihrer Neujahrsansprache am 31. Dezember 2009)

"Was wir Deutschen für einen stabilen Euro aufwenden, bekommen wir um ein Vielfaches zurück." (in einer Mitteilung vom 22. Juli zum Ergebnis des Euro-Sondergipfels)

"Das Risiko, das mit der jetzt beabsichtigten Maximierung der EFSF verbunden ist, ist vertretbar. (...) Es wäre nicht vertretbar und nicht verantwortlich, das Risiko nicht einzugehen." (aus der Regierungserklärung am 26. Oktober 2011 im Bundestag, unmittelbar vor dem EU-Gipfel zur Griechenland-Rettung)

"Irische Sorgen sind slowakische Sorgen, griechische Sorgen sind niederländische Sorgen, spanische Sorgen sind deutsche Sorgen, oder italienische, wie immer man es nimmt." (am 9. November 2011 auf einer Konferenz in Berlin zur europäischen Schuldenkrise)

"Solange ich lebe." (über die Dauer ihres Widerstands gegen jegliche Vergemeinschaftung von Schulden, so gesagt nach Teilnehmerangaben bei einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion am 26. Juni 2012)

BUNDESFINANZMINISTER WOLFGANG SCHÄUBLE (CDU):

"Wir Menschen neigen dazu, alles zu übertreiben. Vielleicht sind wir auch jetzt in der Gefahr, selbst die Sorgen wegen dieser Krise zu übertreiben." (am 13. September 2011 in München zur EU-Schuldenkrise)

"Eine meiner großen Sorgen ist, dass wir den Elan verlieren, die richtigen Konsequenzen aus den Ursachen der Finanzkrise von 2008 zu ziehen. Ich dränge darauf, dass wir da nicht nachlassen." (im "Handelsblatt"-Interview vom 30. Dezember 2011)

"Mit Sicherheit nicht." (Antwort am Rande des Eurgruppen-Treffens am 12. März 2012 in Brüssel auf die Frage, ob Spanien das neue Griechenland werde)

"Solange Angela Merkel Bundeskanzlerin ist und ich Finanzminister bin, würden Sie diese Wette verlieren. Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart." (im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 24. Juli 2010 auf die Frage, ob er die Wette annehmen würde, dass der Euro-Rettungsschirm EFSF entgegen seiner Ankündigung doch verlängert wird; ein halbes Jahr später wurde der permanente EFSF-Nachfolger ESM beschlossen)

"Der europäische Rettungsschirm hat eine Obergrenze von 440 Milliarden Euro – auf Deutschland entfallen 211 Milliarden. Und das war es. Schluss. Bis auf die Zinsen, die kämen noch obendrauf." (am 1. Oktober 2011 zur Zeitschrift "Super Illu" über den Teil des EFSF, für den Deutschland einstehen muss)

"Ich glaube, dass wir in den nächsten zwölf Monaten soweit sind, dass wir die Ansteckungsgefahren gebannt und die Eurozone stabilisiert haben werden." (am 30. Dezember 2011 im "Handelsblatt")

"Es gibt nicht den Hauch einer Chance, dass sich das wiederholt." (am 9. März 2012 in Berlin zum "einzigartigen" Umschuldungsfall Griechenland. Andere Länder mit zu hohen Schulden wie Irland, Spanien und Portugal würden ihre Probleme selbst schrittweise lösen)

"Die Spanier sagen: Wir schaffen es alleine und ich glaube ihnen das." (am 5. Mai 2012 im "Focus"-Interview auf die Frage, ob Spanien als viertes Land unter den Euro-Rettungsschirm genommen werden müsse; am 25. Juni revidierte Madrid seine Meinung und stellte einen Hilfsantrag)

EX-BUNDESFINANZMINISTER PEER STEINBRÜCK (SPD):

"Generell muss man wohl sagen, dass gewisse Teile der marxistischen Theorie doch nicht so verkehrt sind. (...) Ein maßloser Kapitalismus, wie wir ihn hier erlebt haben mit all seiner Gier, frisst sich am Ende selbst auf." (am 29. September 2008 im "Spiegel" über die Finanzkrise)

"Wir können die Menschen durch die Konjunkturprogramme nicht vor der Rezession bewahren, wir können aber die Auswirkungen mildern. Mit der Therapie, zu der wir gezwungen sind, bereiten wir aber möglicherweise die nächste Infektion vor." (am 18. Januar 2009 in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", gut ein Jahr bevor die Schuldenkrise die ersten Euro-Staaten in den Abgrund zog)

"Ich halte nichts davon, irgendeine Scheingenauigkeit zu bringen. Nach dem Motto, die Finanzmarktkrise ist am 31. August um 17.37 Uhr beendet. Die ehrliche, vielleicht unbefriedigende Antwort lautet, das weiß keiner." (am 22. Februar 2009 in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin")

VIZE-KANZLER PHILIPP RÖSLER (FDP):

"Ich schließe aus, dass es mit dieser Bundesregierung Euro-Bonds geben wird." (am 20. August 2011 in der "Bild am Sonntag")

FDP-FRAKTIONSCHEF RAINER BRÜDERLE:

"Die Welt lacht sich kaputt über die 27 – demnächst 28 - Gartenzwerge, die Weltpolitik machen wollen, aber nichts hinkriegen." (am 27. Juni 2012 in Berlin)

SPANIENS MINISTERPRÄSIDENT MARIANO RAJOY:

"Es wird keine Rettung des spanischen Bankensektors geben." (am 28. Mai 2012 in Madrid; vier Wochen später beantragte er Hilfen aus dem Euro-Rettungstopf zur Rekapitalisierung der angeschlagenen Banken)

ITALIENS MINISTERPRÄSIDENT MARIO MONTI:

"Italien wird auch künftig keine Hilfen nötig haben. Und wenn es um Hilfe bitten müsste, dann hieße das, dass ein Fehler im System liegt." (im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung vom 22. Juni 2012).   (dapd)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

 
Anzeige
Anzeige