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Ausfälle am Arbeitsplatz Immer mehr Arbeitsausfall durch psychische Erkrankungen

DAPD

25.03.2009

Statistisch gesehen war  jeder Berufstätige im letzten Jahr gut elf Tage krankgeschrieben, davon gingen laut TK 1,4 Tage auf das Konto einer psychischen Erkrankung.(AP Photo/Michael Probst)
Statistisch gesehen war jeder Berufstätige im letzten Jahr gut elf Tage krankgeschrieben, davon gingen laut TK 1,4 Tage auf das Konto einer psychischen Erkrankung.(AP Photo/Michael Probst)

Hamburg – Psychische Krankheiten sorgen für immer mehr Ausfälle am Arbeitsplatz. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Hamburg meldete, sind die psychisch bedingten Fehlzeiten bei Berufstätigen in den letzten zwei Jahren um fast 20 Prozent gestiegen. Den Angaben zufolge erreichten sie damit den höchsten Stand seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 2000.

Statistisch gesehen war demnach jeder Berufstätige im letzten Jahr gut elf Tage krankgeschrieben. Davon gingen laut TK 1,4 Tage auf das Konto einer psychischen Erkrankung. 2006 hatten die Fehlzeiten aufgrund psychischer Diagnosen noch bei 1,15 Tagen je Beschäftigtem gelegen.

Arbeitnehmerinnen sind davon mit 1,9 Tagen pro Jahr deutlich starker betroffen als Männer mit gut einem Tag. Zu den häufigsten Einzeldiagnosen gehören depressive Episoden, die allein fast fünf Prozent aller Fehltage ausmachen, sowie Belastungsstörungen (vor allem das Burn-out-Syndrom, und sogenannte somatoforme Störungen, also körperliche Beschwerden ohne erkennbare organische Ursache.

EU-weit Kosten von jährlich 136 Milliarden Euro

Der Anstieg psychischer Erkrankungen unter Arbeitnehmern ist kein spezifisch deutsches Problem: In der Europäischen Union verursachen sie derzeit jährliche Kosten von 136 Milliarden Euro, wie der EU-Gesundheitsexperte Michael Hübel vor wenigen Tagen am Rande einer internationalen Konferenz zu diesem Thema in Berlin mitteilte. Die Zahl beruhe auf Berechnungen der London School of Economics.

Fachleute äußerten auf der Tagung die Erwartung, als Folge der aktuellen Rezession sei eine weitere Zunahme der psychischen Erkrankungen zu erwarten. Zahlreiche Studien belegten, dass das psychische Wohlbefinden in Zeiten der Rezession sinke. Der Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein einer Krise und mehr psychischen Erkrankungen sei statistisch nachweisbar. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte auf der Konferenz hervorgehoben, dass die Teilhabe am Arbeitsleben ein „integrativer und stabilisierender Faktor für psychisch kranke Menschen“ sei. (AP)

 

 

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