Aktuelle Nachrichten – Psyche
20.10.2011
Foto: AP Photo/Frank Augstein)
München/Berlin – Psychische Erkrankungen zwingen immer mehr Deutsche zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Allein im vergangenen Jahr waren das 71.000 Männer und Frauen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Studie der "Deutschen Rentenversicherung" (DRV). Auch die Krankenkasse "KKH-Allianz" bestätigt diesen Trend. Im Jahre 2009 waren es noch 64.500 Fälle. Insgesamt führten psychische Erkrankungen im Jahr 2010 mehr als 180.000 mal zu verminderter Erwerbstätigkeit.
Nach Angaben der KKH-Allianz haben auch die stationären Behandlungen von psychischen Erkrankungen in der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren zugenommen. So gab es zwischen 2004 und 2010 bei den Männern 82 Prozent mehr Krankenhausbehandlungen wegen psychischer Erkrankungen. Bei den Frauen waren es im selben Zeitraum rund 70 Prozent mehr.
Der Sozialverband VdK zeigte sich besorgt über diese Entwicklung. "Es muss alles getan werden, um diesen Menschen durch gezielte medizinische und berufliche Rehabilitationsmaßnahmen einen zweiten Start ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Das Reha-Budget darf deshalb nicht weiterhin gedeckelt oder gar gekürzt werden“, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher.
Der VdK sprach sich zudem dafür aus, Integrationsfirmen stärker zu fördern, in denen Menschen mit psychischen Erkrankungen auf die Reintegration ins Berufsleben vorbereitet werden. (dapd)
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