Aktuelle Nachrichten – Deutschland
20.12.2009
Frankfurt/Main (APD) Auch acht Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz vor häuslicher Gewalt und Stalking ist der Bedarf an Frauenhäusern ausgesprochen hoch. Nach Recherchen des Vereins Frauenhauskoordinierung suchen jährlich rund 40.000 misshandelte oder bedrohte Frauen und Kinder Zuflucht in den bundesweit etwa 360 Schutzräumen. Immer häufiger sind junge Frauen betroffen.
Der Verein erhebt seit dem Jahr 2000 jährlich verbandsübergreifend Daten zur Belegung im Vorjahr. Einschneidende Veränderungen seien für dieses Jahr nicht zu erwarten, sagte Projektassistentin Michaela Schändlinger der Nachrichtenagentur DAPD. Nach ihren Angaben war im vergangenen Jahr aber bereits die Hälfte aller schutzsuchenden Frauen jünger als 30 Jahre, im Jahr zuvor waren es noch 46 Prozent.
Stetig steige auch der Anteil der aus dem Ausland stammender Frauen. Inzwischen stellten sie mehr als die Hälfte der Betroffenen, sagte die Expertin. Gemessen an ihrem Anteil an der weiblichen Bevölkerung Deutschland seien sie damit deutlich überrepräsentiert.
Angesichts des anhaltenden Bedarfs an Frauenhäusern forderte der Verein einen Rechtsanspruch auf Zuflucht und Unterstützung für Frauen und Kinder, die vor häuslicher Gewalt fliehen müssen. „Und dieser Schutz muss unabhängig von Einkommen, Aufenthaltserlaubnis und Wohnort gewährt werden“, betonte Geschäftsführerin Viktoria Nawrath. Die Finanzierung der Häuser müsse dafür auf Dauer gestellt werden und dürfe nicht mehr von Tagessätzen oder der Zahlungsfähigkeit der Zuflucht suchenden Frauen abhängig sein.
Das Gewaltschutzgesetz war am 1. Januar 2002 in Kraft getreten. Seither hat die Polizei zum Beispiel die Möglichkeit, prügelnde Ehemänner der Wohnung zu verweisen. Stalkern können Kontakt- und Näherungsverbote auferlegt werden, außerdem wurde Stalking unter Strafe gestellt. (AP)
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