Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
09.03.2010
Berlin (apn) Die Hersteller des Schweinegrippe-Impfstoffs haben millionenschwere Bundeszuwendungen erhalten. Die beiden Unternehmen GlaxoSmithKline und Novartis wurden von der Bundesregierung bei Entwicklung und Vorbereitung eines pandemischen Grippeimpfstoffes mit 20 Millionen Euro gefördert. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, die der Bundestag am Dienstag veröffentlichte. Zur Förderung habe man sich „im Vorfeld der Vertragsverhandlungen entschieden“.
Auf die Bewilligung von Bundeszuwendungen finde das Vergaberecht keine Anwendung, schreibt die Regierung auf die Frage der Grünen, weshalb es kein öffentliches Vergabeverfahren gegeben habe. Der Förderung sei ein Interessenbekundungsverfahren vorausgegangen, in das die acht führenden europäischen Impfstoffhersteller einbezogen gewesen seien. Dieses Verfahren sei aber nicht alternativ zu einem formalen Vergabeverfahren durchgeführt worden, heißt es in der Antwort. Die Regierung sehe für die Beanstandung der zwei Impfstoff-Verträge keinen Grund.
GlaxoSmithKline, der weltweit zweitgrößte Pharmakonzern, hatte Anfang Februar ein kräftiges Plus bekanntgegeben. Das Unternehmen profitierte vor allem im vierten Quartal vom Verkauf des Impfstoffs Relenza gegen die Schweinegrippe. Der Nettogewinn schoss von 982 Millionen Pfund (1,124 Milliarden Euro) im Vorjahr auf 1,63 Milliarden Pfund. Im Gesamtjahr steigerte das Unternehmen seinen Gewinn um 20 Prozent auf 5,5 Milliarden Pfund.
Im Januar hatten sich die Bundesländer mit GlaxoSmithKline geeinigt, noch 34 Millionen der bestellten 50 Millionen Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs abzunehmen. Ursprünglich hatten die Länder geplant, die Hälfte der 50 Millionen georderten Dosen wieder abzubestellen. Aufgrund der Einigung sollen die Länder 133 Millionen Euro sparen, da eine Impfdosis 8,33 Euro kostet. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Bündnis für Menschen mit seltenen Krankheiten gestartet
(08.03.2010)
Bundesländer wollen Schweinegrippe-Impfstoff abbestellen
(30.12.2009)
Länder haben zuviel Impfstoff gegen Schweinegrippe
(07.12.2009)
Scheitelpunkt bei Schweinegrippe möglicherweise erreicht
(02.12.2009)
Schweinegrippewelle ebbt langsam ab
(29.11.2009)