Aktuelle Nachrichten – China - Gesellschaft
13.09.2010
Peking – Mit einem Impfprogramm gegen Masern hat das chinesische Gesundheitsministerium eine Welle der Empörung unter der Bevölkerung ausgelöst. Seit vergangene Woche bekannt wurde, dass die Regierung 100 Millionen Kinder gegen Masern impfen will, sind bei den Behörden zahlreiche Anfragen eingegangen. In Internetforen sammeln sich besorgte Meinungen, und über SMS-Nachrichten werden Theorien verbreitet, wonach die Impfungen gefährlich seien.
Peking hofft, mit dem Gesundheitsprojekt die Masern im Land auszurotten. Das Vorhaben wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt und könnte das größte Gesundheitsprojekt der Welt werden. Dass es dennoch so viel Unbehagen in der Bevölkerung auslöst, hängt nach Ansicht der englischsprachigen Zeitung "Global Times" mit einem zunehmenden Vertrauensverlust gegenüber der Regierung zusammen. "Den Schaden zu reparieren und Glaubwürdigkeit aufzubauen wird eine sehr lange Zeit in Anspruch nehmen", hieß es.
Der Vertrauensverlust geht offenbar auf das Verhalten der Regierung im Umgang mit Krankheiten wie der Lungenkrankheit SARS, der Vogelgrippe und jüngst der Cholera zurück. Aber auch Medienberichte, wonach im März bei Impfungen unter anderem gegen Hepatitis B möglicherweise vier Kinder ums Leben kamen und Dutzende weitere ernsthaft erkrankten, haben das Unbehagen wachsen lassen.
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