Aktuelle Nachrichten – China - Menschenrechte
18.06.2006
Peking - Der in China nach einem ARD-Interview niedergeschlagene Regierungskritiker ist am Sonntag erstmals operiert worden. Der zweistündige Eingriff im Krankenhaus von Yichang verlief nach Angaben der Ärzte gut, wie Fu Xiancais Sohn der Nachrichtenagentur AP sagte. Möglicherweise seien aber weitere Operationen nötig, erklärte der 23-jährige Fu Bing am Telefon. Sein Vater müsse noch mindestens einige Tage auf der Intensivstation bleiben.
Die Mediziner haben Fu Xiancai, der seit dem Überfall vom Hals abwärts gelähmt ist, nach Angaben seines Sohnes in Aussicht gestellt, nach der Operation einen Rollstuhl benutzen zu können. Wieder laufen können werde der 47-Jährige aber wahrscheinlich nicht.
Fu Xiancai war am 8. Juni unmittelbar nach einem Polizeiverhör wegen eines ARD-Interviews von Unbekannten zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. In dem Interview hatte er sich darüber beschwert, dass er von der Regierung nicht wie versprochen für die Umsiedlung entschädigt wurde, die wegen des Baus des umstrittenen Drei-Schluchten-Damms notwendig geworden war. Zur Finanzierung der Operation hatten Vertreter der deutschen Botschaft Fu 60.000 Yuan (rund 5.930 Euro) übergeben.
(AP)
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