Frankfurt/Main – Bei werdenden Müttern kann sich die Sehschärfe vorübergehend verändern. „Im Verlauf der Schwangerschaft kann die Augenhornhaut leicht anschwellen, was zu Problemen beim Sehen führen kann“, erklärt der zweite Vorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte, Klaus König. Vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel klagten Frauen über Schwankungen der Sehschärfe um eine viertel bis halbe Dioptrie.
„Die Anschaffung einer Brille lohnt sich aber nicht, denn nach der Geburt können die Augen wahrscheinlich wieder genauso gut wie vorher sehen“, betont der Gynäkologe. Daher sollte auch die Niederkunft abgewartet werden, bevor eine Brille neu angepasst werde.
Es könne auch vorkommen, dass Schwangere in dieser Zeit keine Kontaktlinsen mehr tragen könnten. „Durch die Veränderungen der Hornhaut sitzen die Linsen nicht mehr perfekt, und das Auge ermüdet schneller“, sagt König. In diesem Fall sollte auf die Linsen verzichtet und dafür eine Brille getragen werden.
Alarmierende Symptome, die unbedingt ernst genommen werden müssten, seien dagegen verschwommenes Sehen oder Blitze vor den Augen: „Sie können ein Anzeichen für eine sogenannte Präeklampsie sein, eine Überlastung des mütterlichen Organismus vor allem im Zusammenhang mit Bluthochdruck und Wassereinlagerungen im Gewebe“, warnt König. Solche Beschwerden müssten unbedingt vom Frauenarzt abgeklärt werden.
http://www.frauenaerzte-im-netz.de (AP)
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