Aktuelle Nachrichten – Medizin
03.04.2009
Stuttgart – Auf Röntgenuntersuchungen oder Computertomographien sollte während einer Schwangerschaft verzichtet werden. Denn die Strahlung kann dem ungeborenen Kind schwere Schäden zufügen. Zu Beginn der Schwangerschaft könne es zum Absterben der Frucht kommen, später seien Fehlbildungen möglich, warnt Katja Siegmann von der Universität Tübingen in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“.
Diese Gefahr bestehe vor allem in den ersten 20 Wochen, weil sich während dieser Zeit die Organe ausbildeten. Danach komme es im Wesentlichen nur noch zu einer Größenzunahme, aber aus Vorsicht verzichteten die Ärzte auch dann nach Möglichkeit auf eine Röntgenuntersuchung, berichtet die Medizinerin. Das gelte auch für die Computertomografie (CT). Bei dieser Variante der Röntgenuntersuchung werden Schichtaufnahmen des Körpers erstellt.
Schichtaufnahmen entstehen auch bei der Kernspintomographie (MRT). Sie ist jedoch im Unterschied zur Computertomographie keine Röntgenuntersuchung, wie Siegmann betont: Es gebe derzeit keine Hinweise, dass der Fötus durch das starke Magnetfeld bei der MRT geschädigt werde. Deshalb sollte es in der Schwangerschaft dem CT vorgezogen werden. Problematisch seien MRTs aber, wenn sie den Einsatz eines Kontrastmittels erforderten. Dieses gelange über die Plazenta in den Kreislauf des Kindes, warnt die Expertin. Welche Auswirkungen das habe, sei bisher nicht vollständig geklärt. (AP)