Aktuelle Nachrichten – Ökologie
19.01.2012
Foto: AP Photo/Hermann J. Knippertz
Berlin – Eine Landwirtschaft ohne Tierleid und Monokulturen hat das Agrarbündnis aus Bauern, Umwelt- und Tierschützern gefordert. Die 24 Verbände, zu denen auch Entwicklungsorganisationen gehören, kritisierten am Donnerstag in Berlin, die industrielle Tierhaltung biete weder Mensch noch Tier eine Perspektive. Sie riefen für Samstag zu einer Demonstration am Rande der Grünen Woche auf. Der Protest steht unter dem Motto: "Wir haben es satt - Bauernhöfe statt Agrarindustrie."
Heidrun Betz vom Deutschen Tierschutzbund sagte, 97 Prozent aller Puten und bis zu 96 Prozent aller Masthühner würden mit Antibiotika behandelt. Hochleistungszucht und nicht artgerechte Haltung machten die Tiere anfällig für Krankheiten. "Wenn die Politik den Mut nicht aufbringt, die Weichen umzustellen, riskiert sie weiteres Tierleid und gleichzeitig erhebliche Gesundheitsgefahren für die Menschen", sagte die Tierschützerin.
Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte, in der Bevölkerung gebe es eine breite Unterstützung für eine Wende in der Agrarpolitik. "Solange aber die Agrarindustrie das Sagen hat, solange wird es Maiswüsten, Soja-Monokulturen und Palmölplantagen geben – auch wenn damit der Lebensmittelanbau in Hungerländern verdrängt wird." Denn hinter dem "billigen Gerede" von der Schöpfungsverantwortung stehe ein knallhartes Geschäft.
Friedrich Wilhelm Graefe zu Bringdorf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, sagte, inzwischen habe die EU-Kommission erste Weichenstellungen in Richtung Agrarwende gemacht. Aber damit Bundesregierung und Europaparlament diese Vorschläge verbesserten und nicht verwässerten, müsse der öffentliche Druck steigen. "Nur das hilft, damit die Politik sich von den noch sehr eigensüchtigen Interessen der Industrie abnabelt, sagte der Grünen-Politiker. (dapd)
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