Börse – Insideraffäre an der Wall Street aufgeflogen – DAPD
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Insideraffäre an der Wall Street aufgeflogen

DAPD

02.03.2007

New York/Zürich – An der New Yorker Wall Street ist einer der größten Insiderfälle der letzten Jahrzehnte aufgeflogen. Zu den Schlüsselfiguren gehört ein Mitarbeiter der Schweizer Großbank UBS. Die UBS sicherte den US-Behörden volle Zusammenarbeit zu und bezeichnete sich als Opfer.

Der Ring von Bankern, Brokern, Anwälten und Hedge-Fund-Managern soll nach Darstellung der US-Börsenaufsicht SEC während fünf Jahren Hunderte von Tipps für illegale Finanztransaktionen ausgenutzt haben. Die Schadenssummme wird auf 15 Millionen Dollar geschätzt. Nach den Worten von SEC-Direktorin Linda Chatman Thomsen gibt es kaum eine Wall-Street-Vorschrift, die von den Beschuldigten nicht gebrochen wurde.

Es handle sich um den umfassendsten Insiderring seit den berühmten Fällen Ivan Boesky und Dennis Levine in den 1980er Jahren, sagte sie. Die Beschuldigten hätten dabei nicht aus Hinterzimmern operiert, sondern ihre Treffen zum Beispiel in der berühmten „Oyster Bar“ abgehalten.

Die Tipps, die die Bande auswertete, sollen von Mitarbeitern bei den renommierten Banken Morgan Stanley und UBS stammen. 13 Personen wurden auf Geheiß der New Yorker Staatsanwaltschaft verhaftet. Ein UBS-Manager, der im Aktien-Research tätig gewesen war, wurde von einem Richter in Manhattan am (gestrigen) Donnerstag gegen Bezahlung einer Kaution von einer halben Million Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt. Er bezeichnete sich als nicht schuldig.

Justiz und Börsenaufsicht werfen dem Manager vor, er habe UBS-Empfehlungen über das Herauf- oder Herabstufen einzelner Aktien vorab an die Mitbeschuldigten weitergegeben und dafür Hunderttausende von Dollar kassiert. Zwei der Beschuldigten sollen mit den UBS-Tipps mehr als vier Millionen Dollar verdient haben.

Die UBS erklärte am Freitag an ihrem Hauptsitz in Zürich, sie unterstütze die Behörden voll und ganz bei der Untersuchung der Verdachtsmomente gegen einen einzelnen Mitarbeiter. Die US-Staatsanwaltschaft habe die UBS als Opfer dieser Machenschaften bezeichnet.

Die UBS hatte in letzter Zeit schon mehrmals Probleme mit den US-Behörden gehabt. Im Januar 2006 zahlte sie in einem Vergleich wegen betrügerischer Handelspraktiken 54 Millionen Dollar. 2004 war die UBS von der US-Notenbank mit einer Buße von 100 Millionen Dollar belegt worden, weil sie sich über die vertraglichen Bestimmungen des Dollarnotenhandels hinweggesetzt hatte.

(AP)

 

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