Kultur – Internationale Kunstausstellung "Die Kunst von Zhen Shan Ren" in Weimar – Nancy McDonnell
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Traditionelle Kunst in Thüringen Internationale Kunstausstellung "Die Kunst von Zhen Shan Ren" in Weimar

Nancy McDonnell

01.10.2012

"Dieses Gemälde zeigt "Das Geschenk". Foto: FalunArt.org
"Dieses Gemälde zeigt "Das Geschenk".

Foto: FalunArt.org

 

Die Internationale Kunstausstellung „Die Kunst von Zhen Shan Ren" (Wahrhaftigkeit Barmherzigkeit Nachsicht) ist derzeit in Weimar zu sehen. Eine Ausstellung, die ungewöhnliche Bilder in einer traditionellen Kunstform präsentiert, wie man sie heute kaum noch findet. Seit 2004 war diese Ausstellung bereits in 200 Städten weltweit unterwegs, denn was hier gezeigt wird, ist ein durchaus universelles Thema. Menschen werden für ihren Glauben an eine spirituelle, gutherzige Welt, die gleichzeitig neben der materiellen Welt existiert, oft bis zum Tode verfolgt.

In dieser Kunstausstellung geht es um die gewaltsame Unterdrückung der Falun Gong-Praktizierenden in China. Falun Gong, auch Falun Dafa genannt, ist eine alte chinesische Kultivierungsmethode, die von Li Hongzhi 1992 erstmals an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Neben den fünf sich positiv auf den Körper auswirkenden Qigong-Übungen beinhaltet diese Praxis eine Anleitung, wie man sich im täglichen Leben nach den drei kosmischen Eigenschaften Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht richtet. In China ist diese Form der Charakterveredelung und geistigen Erhöhung ab 1999 durch die Kommunistische Partei und ihren damaligen Anführer Jiang Zemin verboten worden.

Robert Rook, einer drei Gastgeber der Ausstellung in Weimar sagt: „Ich bin selbst Falun Dafa Praktizierender und ich freue mich, dass wir die Kunstausstellung gerade nach Weimar, die ja 1999 Kulturstadt Europas war, holen konnten. Weimar ist auch ein ganz besonderer Ort für die Ausstellung, nicht nur als Kunststadt sondern auch wegen dem nahen Konzentrationslager Buchenwald. Wir denken damit auch zeigen zu können, dass Themen, die wir glauben in Deutschland überwunden zu haben, in anderen Teilen der Welt immer noch ganz aktuell sind."

Künstler aus China, die zum Teil selbst die Erfahrung brutalster Foltermethoden in Gefängnissen, Arbeits- und Umerziehungslagern gemacht haben, stellen hier ihre Erfahrungen in Form ausgereifter, höchst brillanter Ölmalerei dar. Es sind Bilder, die immer wieder den Kampf zwischen Gut und Böse widerspiegeln, zum Teil aber auch Trauer und Verzweiflung über die Ungerechtigkeit, der so manche Angehörige und Kinder der getöteten Praktizierenden hilflos gegenüberstehen.

Thomas Strieber, BWL-Student aus Erfurt besuchte die Ausstellung im Weimarischen Kulturzentrum mon ami am Sonntag und fand es „eine sehr informative und beeindruckende Ausstellung, die gleichwohl sehr beängstigend ist. Beängstigend, denn man hat durch die Bilder von der Verfolgung von Falun Gong in China erfahren und der grausamen Folter, der die Praktizierenden dort ausgesetzt sind."

 

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