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Online-Shopping im Trend Internet-Handel erreicht 2012 Rekord-Hoch in Deutschland

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27.10.2012

Online-Shopping vom Wohnzimmer aus ist voll im Trend.  Foto: AP Photo/Michael Probst
Online-Shopping vom Wohnzimmer aus ist voll im Trend.

Foto: AP Photo/Michael Probst

Online-Shopping ist der Trend. Vor Jahren noch als "exotisch" verachtet, steigt der Umsatz heute auf etwa 31 Milliarden Euro allein in Europa. Das Institut für Handelforschung ermittelte nicht nur diesen Umsatz im E-Commerce, sondern stellte fest, dass sieben Prozent des im Einzelhandel generierten Umsatzes durch Online-Shopping erzielt werden. Die kürzlich veröffentlichten Zahlen zeigen, dass jeder Deutsche durchschnittlich bis zu 370 Euro pro Jahr für Kleidung, Musik, Haushalts- sowie Elektronikartikel ausgibt. Im Männlich-Weiblich-Vergleich unterscheiden sich die Geschlechter bis auf das Interessengebiet kaum voneinander.

Das milliardenschwere Umsatzvolumen resultiert aus der Win-Win-Situation für Kunde und Anbieter. Der Käufer kann sich die Ware bequem von Zuhause aus bestellen und bis vor die Haustüre liefern lassen. Händler sparen sich die Kosten für Verkaufs- und Lagerflächen sowie für qualifiziertes Personal vor Ort. Der Online-Handel bedankt sich in Form von Rabatten und Gutscheinen. Die Zeitersparnis ist für beide Seiten enorm.

Mit Nachdruck macht sich die Umwälzung des traditionellen Einzelhandelsgeschäfts in Hamburg bemerkbar. Das Versandhaus Otto stieg bereits früh in das Online-Geschäft ein, um einen neuen Absatzweg zu erschließen. Mittlerweile erwirtschaftet das Unternehmen einen jährlichen Umsatz von rund drei Milliarden Euro. Nachzügler wie zum Beispiel das Modehaus Peek & Cloppenburg haben den Einstieg schlichtweg verschlafen, ist aber intensiv mit der Umsetzung eines Online-Shops beschäftigt. Allein in Hamburg liegt der aktuelle Umsatz im E-Commerce bei 5,4 Milliarden Euro. Mit dieser Zahl liegt die Hansestadt im europaweiten Vergleich auf einem guten vierten Platz.

Noch junge Marken wie Zalando nahmen sich ein Beispiel an bestehenden Geschäftsmodellen und machten sich zunächst einen Namen im Mode-Versandhandel. Später wurde das Angebotsportfolio schrittweise um weitere Produktsparten erweitert. Wie erfolgreich das Unternehmen am Markt agiert, zeigt das Berliner Unternehmen mit einem Umsatz von 500 Millionen Euro. Für die leidgeplagten Marken Bon Prix, Mirapodo und Engelbert Strauss dürfte sich Andreas Bartmann, Chef des Outdoorhändlers Globetrotter, ausgesprochen haben. Im Netz herrscht Krieg", so Bartmann. Mit diesem Worten verwies er auf den gnadenlosen digitalen Wettbewerb. Globetrotter erwirtschaftet 40 Prozent seines Umsatzes über das Online-Geschäft.



Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass sich in Deutschland eine riesige E-Commerce-Blase aufgebaut hat. Hamburg weist als Vorreiter mit den dort ansässigen Unternehmen eindrucksvoll den Weg in eine unbequeme Zukunft. Versandhäuser mit breit aufgestellten Angebotspaletten sind wesentlich überlebensfähiger, da sie einen größeren Kundenkreis bedienen können. Digitale Buchhändler wie etwa Thalia.de müssen sich auf katastrophale Umsatzzahlen gefasst machen. Amazon zieht mit seinen neuen Mobilgeräten und dem damit zusammenhängende E-Book-Handel alle Register in Sachen digitale Trends. Durch die nun einsetzende Verdrängung einzelner Online-Händler kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass sich der Internethandel in Deutschland seinem Rekordhoch in großen Schritten nähert. Wie stark der Boom abebben wird, bleibt aufgrund zahlreicher Einflussfaktoren abzuwarten.(sfr/sq)

 

 

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