Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Irak-Strategie in den USA auf dem Prüfstand – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – International

Irak-Strategie in den USA auf dem Prüfstand

DAPD

13.11.2006

Der irakische Ministerpräsident Nouri al-Maliki trifft General John Abizaid, Kopf des Zentralkommandes der US-Armee in Bagdad. (AP Photo/HO)
Der irakische Ministerpräsident Nouri al-Maliki trifft General John Abizaid, Kopf des Zentralkommandes der US-Armee in Bagdad. (AP Photo/HO)

Washington/Bagdad - Angesichts der Wahlniederlage der Republikaner und der anhaltenden Gewalt zeichnet sich in der amerikanischen Irak-Politik ein Kurswechsel ab. Präsident George W. Bush traf am Montag mit einer parteiübergreifenden Irak-Kommission unter Leitung des ehemaligen Außenministers James Baker zusammen. Beide Seiten hätten ihre Meinungen ausgetauscht, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow. Es sei nicht um die Vorstellung von Alternativen gegangen, sondern um eine Einschätzung der derzeitigen Lage.

In dem Gremium sind Republikaner und Demokraten vertreten, bislang arbeitete auch der künftige Verteidigungsminister Robert Gates mit. Die Mitglieder führten am Montag auch Gespräche mit dem scheidenden Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Außenministerin Condoleezza Rice, Vizepräsident Dick Cheney und dem US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad. Der Ausschuss will seine Empfehlungen bis Ende des Jahres vorlegen.

US-General John Abizaid, Befehlshaber des Oberkommandos Mitte, kam unterdessen in Bagdad mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammen. Bei dem Gespräch ging es um die «Wirkung benachbarter Staaten auf die Sicherheitssituation im Irak», wie die Regierung mit Bezug auf Syrien und den Iran mitteilte.

Auch der britische Premierminister Tony Blair wollte die beiden Länder aufrufen, sich für ein Ende des Blutvergießens im Irak einzusetzen. Für ein Engagement Syriens und des Irans werde es keine Anreize oder Zugeständnisse geben, wollte Blair nach Angaben seines Büros in einer Rede am (heutigen) Montagabend deutlich machen.

Sollten die Regierung in Teheran und Damaskus sich dem Engagement nicht anschließen, drohe ihnen internationale Isolation, hieß es laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript. Der Ausgang des Irak-Kriegs sei entscheidend für den Frieden in der Region, und die Welt müsse dem Iran und Syrien klarmachen, was sie dazu beitragen könnten und was andernfalls die Konsequenzen wären. Am (morgigen) Dienstag wird Blair nach Angaben einer Sprecherin über Video-Schaltung mit den Mitgliedern des amerikanischen Irak-Ausschusses sprechen.

Erneut 50 Leichen im Irak entdeckt

Auch am Montag fielen der Gewalt im Irak wieder zahlreiche Menschen zum Opfer. Bei einem Bombenanschlag auf einen Kleinbus kamen in Bagdad mindestens 20 Menschen ums Leben, 18 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt. In der nordirakischen Stadt Mossul erschossen Unbekannte einen Kameramann des Fernsehsenders Al Scharkijah. In der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad wurde ein Mitglied des Stadtrats getötet, ein weiteres wurde verletzt.

Die irakischen Streitkräfte meldeten in der Region den Fund von 50 Leichen. In Bakuba wurde der sunnitische Scheich Namis Karim auf dem Weg zu einer Moschee niedergeschossen. Außerdem fand die Polizei in Bakuba die Leichen von zwei erschossenen Frauen, und in der Innenstadt wurde eine weitere Zivilperson niedergeschossen. Im Westen Bagdads entdeckte die Polizei vier Leichen. Die Opfer waren gefesselt und wurden vor ihrem Tod offenbar gefoltert.

Das türkische Außenministerium gab am Montag den Tod eines Landsmanns bekannt, der im Juli im Irak entführt worden war. Die Familie des Getöteten identifizierte die Leiche demnach anhand eines Fotos. Der Leichnam war vor sechs Wochen nahe einer Straße zum Bagdader Flughafen gefunden worden.

(AP)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige