Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Iraker laut Umfrage verzweifelter denn je – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – International

Iraker laut Umfrage verzweifelter denn je

DAPD

19.03.2007

US-Präsident Bush im Roosevelt Raum im Weißen Haus in Washington. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)
US-Präsident Bush im Roosevelt Raum im Weißen Haus in Washington. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Köln/Washington – Vier Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs sind die Iraker einer Umfrage zufolge verzweifelter denn je. Nur eine Minderheit von 42 Prozent glaubt, dass es ihre Kinder einmal besser haben werden. Lediglich gut ein Drittel rechnet kurzfristig mit einer Besserung der Lage. Dies ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Befragung von mehr als 2.000 Irakern. US-Präsident George W. Bush appellierte unterdessen an seine Landsleute, nicht die Geduld zu verlieren. Bei neuen Anschlägen wurden auch am Montag wieder zahlreiche Menschen getötet.

74 Prozent der Iraker fühlen sich der Umfrage zufolge in ihrer eigenen Nachbarschaft nicht mehr sicher, was für sie das größte Problem überhaupt ist. Sorge um die eigene Sicherheit bekundeten damit gut doppelt so viele Menschen wie bei einer vergleichbaren Befragung im November 2005. Fast die Hälfte kann mittlerweile über Gewaltopfer im engsten Familien- und Freundeskreis berichten, wie die Erhebung ergab, die das Meinungsforschungsinstitut D 3 Systems im Auftrag von WDR/ARD, ABC News, BBC und der Zeitung „USA Today“ durchführte.

Die Hauptschuld für diese Entwicklung wird den USA und Präsident Bush angelastet. 40 Prozent machten sie für die schlechte Sicherheitslage verantwortlich, nur 18 Prozent nannten islamistische Kämpfer aus dem Umfeld von Al Kaida als die eigentlichen Verantwortlichen. So sprachen sich auch fast 80 Prozent der Befragten gegen die Anwesenheit ausländischer Truppen auf irakischem Territorium aus, weil sie darin eine wesentliche Ursache für die Gewalt sahen.

Erstmals werden bei dieser Umfrage Anschläge auf die Besatzungstruppen mehrheitlich verteidigt. 51 aller Iraker und sogar 94 Prozent der sunnitischen Bevölkerung halten solche Angriffe demnach für legitim – das sind drei Mal so viele wie bei einer vergleichbaren Umfrage 2004. Auch zeigten sich insgesamt 53 Prozent (96 Prozent der Sunniten) überzeugt, dass die Hinrichtung des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein den Versöhnungsprozess nicht gefördert hat.

Bush sagte in einer Fernsehansprache zum vierten Jahrestag des Kriegs, ein Erfolg im Irak sei möglich, bis dahin werde es jedoch noch „Monate dauern, nicht Tage oder Wochen“. Sein Plan, 21.500 weitere US-Soldaten nach Bagdad und in die Unruheprovinz Anbar zu schicken, werde „länger brauchen, um zu wirken“. „Vor uns werden gute Tage und schlechte Tage liegen, während sich der Sicherheitsplan entfaltet,“ sagte der Präsident.

Mit Blick auf einen Vorstoß der Demokraten, den Irak-Einsatz bis Herbst 2008 zu beenden, erklärte Bush: „Es kann verlockend sein, sich die Herausforderungen im Irak anzuschauen und zu dem Schluss zu kommen, dass es unsere beste Option ist, einzupacken und nach Hause zu gehen.“ Ein Rückzug würde jedoch allenfalls kurzfristig zufrieden stellen, während die Folgen für die Sicherheit der USA verheerend wären.

Acht Tote bei Anschlag auf Moschee in Bagdad

In Bagdad wurden am Montag acht Menschen bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee getötet. Rund drei Dutzend weitere Gläubige wurden nach Polizeiangaben verletzt. In der nordirakischen Stadt Kirkuk wurden binnen einer halben Stunde vier Anschläge verübt. Insgesamt zwölf Menschen kamen ums Leben, mehr als 30 wurden verletzt. Der Bürgermeister von Didschela, einer kleinen schiitischen Gemeinde südöstlich von Bagdad, wurde auf dem Weg zur Arbeit entführt und ermordet. (AP)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige