Bagdad – Wegen eines Massakers an 148 Schiiten ist der irakische Exvizepräsident Taha Jassin Ramadan am frühen Dienstagmorgen gehängt worden. Dies erklärte ein Regierungsvertreter in Bagdad. Ein Berufungsgericht hatte in der vergangenen Woche das Todesurteil gegen den einstigen Stellvertreter Saddam Husseins bestätigt. Ramadan ist der vierte Angeklagte, der im Zusammenhang mit dem Massaker hingerichtet wurde.
Ramadan war im Prozess gegen den früheren Machthaber Saddam Hussein wegen des Massakers zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht schloss sich jedoch der Auffassung der Staatsanwaltschaft an, dass dieses Urteil zu milde sei, und verurteilte ihn im Februar zum Tod. Dieser Spruch wurde am vorigen Donnerstag von einer weiteren Berufungsinstanz bestätigt.
Der Regierungsbeamte, der sich anonym äußerte, war Zeuge der Hinrichtung Ramadans. Um einen Zwischenfall wie bei der Hinrichtung von Saddam Husseins Halbbruder Barsan Ibrahim zu vermeiden, der am Galgen vom Strick geköpft wurde, sei Ramadan zuvor gewogen worden, sagte er.
Der Angeklagte hatte seine Unschuld beteuert. Ramadan erklärte, er sei für die wirtschaftliche Entwicklung zuständig gewesen und habe nichts mit Sicherheitsfragen zu tun gehabt. Menschenrechtsorganisationen erklärten, die Beweise gegen Ramadan reichten für die Todesstrafe nicht aus. Saddam Hussein war am 30. Dezember hingerichtet worden, zwei Mitangeklagte im Januar. (AP)
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