Aktuelle Nachrichten – International
27.06.2005
London - Die Sicherheitslage im Irak könnte nach Einschätzung des irakischen Ministerpräsidenten Ibrahim Dschaafari bereits in zwei Jahren unter Kontrolle sein.
Wie schnell die Aufständischen in dem Golfstaat tatsächlich besiegt werden könnten, hänge allerdings von verschiedenen Faktoren ab, sagte Dschaafari am Montag in London, wo er mit dem britischen Premierminister Tony Blair zusammengekommen war. Unter anderem müssten die irakischen Sicherheitskräfte noch besser ausgebildet und ausgerüstet sowie der politische Prozess weiter vorangetrieben werden. Dschaafari rief zudem die Nachbarländer des Irak auf, ihre Grenzen stärker zu kontrollieren, über die ausländische Kämpfer mitunter ins Land gelangten.
Die Einschätzung Dschaafaris zur Sicherheitslage ist optimistischer als die von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Er hatte am Wochenende erklärt, die von Sunniten angeführten Aufstände gegen die von Schiiten und Kurden dominierte irakische Regierung könne möglicherweise noch zehn Jahre oder länger andauern. Blair äußerte sich bislang nicht zu einer zeitlichen Einschätzung. Er gehe jedoch davon aus, dass das kommende Jahr für die weitere Entwicklung im Irak entscheidend sei, sagte er.
Die Gewalt im Irak hat seit der Bildung der Übergangsregierung vor zwei Monaten deutlich zugenommen. Sowohl US-Präsident George W. Bush als auch Blair haben wiederholt betont, ihre Truppen würden so lange in dem Land bleiben, bis die irakischen Sicherheitskräfte dort selbst für Sicherheit sorgen könnten. (Reuters)
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