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Iran dämpft Hoffnungen auf Fortschritte im Atomstreit

DAPD

11.07.2006

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana, rechts, beim Handschlag mit Irans Nuklear-Chefunterhändler Ali Laridschanishakes in Brüssel, 11. Juli 2006. (AP Photo/Yves Logghe)
Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana, rechts, beim Handschlag mit Irans Nuklear-Chefunterhändler Ali Laridschanishakes in Brüssel, 11. Juli 2006. (AP Photo/Yves Logghe)

Brüssel - Der Iran will sich auch weiterhin nicht zu einer schnellen Antwort auf das internationale Kompromissangebot im Atomstreit drängen lassen. «Wir müssen uns mehr Zeit zugestehen, wenn die Verhandlungen erfolgreich sein sollen», erklärte der Teheraner Chefunterhändler Ali Laridschani am Dienstag nach Gesprächen mit der Europäischen Union in Brüssel. Die fünf Vetomächte und Deutschland hatten Teheran eine Frist bis zum (morgigen) Mittwoch gesetzt, zu dem Angebot Stellung zu nehmen.

Bevor ernsthafte Gespräche beginnen könnten, müssten «Zweideutigkeiten» geklärt werden, sagte Laridschani. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana zeigte sich nach dem Gespräch mit Laridschani enttäuscht. Er sei «nicht zufrieden über den fehlenden Fortschritt», sagte seine Sprecherin Cristina Gallach. Ein EU-Mitarbeiter kritisierte die iranische Delegation, keine konkreten Fragen hinsichtlich ihrer Probleme mit dem Angebot gestellt zu haben. Auch habe Laridschani keinen Zeitrahmen für eine iranische Antwort gegeben.

Die Außenminister der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats und Deutschlands kommen am Mittwoch in Paris zusammen, um sich von Solana über die Gespräche informieren zu lassen. Die Äußerungen Laridschanis machten deutlich, dass sich der Iran bis dahin nicht zu dem Verschlag äußern wird. Das Angebot sieht wirtschaftliche und politische Anreize vor, damit die iranische Regierung auf die Urananreicherung verzichtet.

US-Präsident George W. Bush erhöhte unterdessen den Druck auf die Teheraner Regierung. «Wir werden mit unseren Freunden zusammenarbeiten, um die Angelegenheit diplomatisch zu lösen», sagte Bush dem «Handelsblatt» (Mittwochausgabe). «Sollten die Iraner jedoch keine positive Antwort liefern, werden wir reagieren.» Bush, der am Mittwoch Deutschland besucht und dann zum G-8-Gipfel in Moskau weiterreist, würdigte auch die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel in dem Konflikt. Deutschland habe bei den Verhandlungen mit dem Iran einen «großartigen Beitrag» geleistet.

(AP)

 

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