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Iran nimmt Urananreicherung in Isfahan wieder auf

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08.08.2005

Ein Turm der Nuklearanlage ausserhalb der Stadt Isfahan ist zu sehen. (AP Photo/Mehdi Ghasemi, ISNA)
Ein Turm der Nuklearanlage ausserhalb der Stadt Isfahan ist zu sehen. (AP Photo/Mehdi Ghasemi, ISNA)

Teheran - Der Iran hat am Montag die Urananreicherung in der Nuklearanlage Isfahan wieder aufgenommen und damit den Streit mit der EU und den USA zugespitzt. Die Anlage sei wieder in Betrieb, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA. Wenige Minuten zuvor hatten Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dort laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens Überwachungskameras angebracht.

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, bedauerte, dass Iran mit der Urananreicherung begonnen habe, bevor die Überwachungskameras getestet werden konnten. IAEA-Sprecher Mark Gwozdecky erklärte, Teile der Anlage seien jedoch immer noch versiegelt. Diese Siegel sollten aber nach Angaben der iranischen Atomenergieorganisation innerhalb der nächsten zwei Tage entfernt werden.

In Isfahan soll Roh-Uran in Uran-Hexafluorid umgewandelt werden. Dieses Gas kann in Zentrifugen in angereichertes Uran umgewandelt werden, das je nach Grad der Bearbeitung zum Bau von Atomwaffen dienen könnte. Diesen Schritt will Teheran nach eigenen Angaben zunächst jedoch nicht gehen.

Um mögliche Sanktionen des Weltsicherheitsrats zu vermeiden, hatte Teheran die Urananreicherung in Isfahan im November eingestellt. Das Führungsgremium der IAEA, der Gouverneursrat, will am (morgigen) Dienstag zu einer Sondersitzung zum Thema Iran zusammenkommen. Dann sollte entschieden werden, ob der Fall dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt werden soll, der Sanktionen gegen Teheran verhängen könnte.

Die iranische Regierung hatte mögliche Sanktionen am Sonntag erneut zurückgewiesen. Drohungen seien nicht effektiv, sagte Regierungssprecher Hamid Resa Assefi. Der Iran sei an einer Kooperation interessiert. «Wir raten daher Europa, seine Drohungen zurückzuziehen.»

Vor der Einstellung der Urananreicherung wurden in Isfahan nach iranischen Angaben 37 Tonnen Uran, so genanntes Yellowcake, in UF-4 transformiert, einen Vorläufer des Gases, das für die Anreicherung benötigt wird. Experten erklärten, der Iran könnte mit 37 Tonnen Yellowcake theoretisch mehr als 200 Pfund waffenfähiges Uran herstellen.

Exilopposition fordert Einschaltung des Sicherheitsrats

Der Nationale Widerstandsrat, eine iranische Oppositionsgruppe, rief die IAEA auf, den Sicherheitsrat einzuschalten. Der Iran spiele «Katz und Maus» mit der EU, um Zeit für die Weiterentwicklung seines Atomprogramms zu gewinnen, erklärte die Organisation in Wien. In einem geheimen Dokument habe Teheran sogar damit geprahlt, die Entwicklung von Atomwaffen heimlich fortzusetzen, während die USA mit dem Krieg im Irak beschäftigt seien.

Am Samstag hatte die Regierung einen Kompromissvorschlag der EU zur Beilegung des Atomstreits zurückgewiesen. Die EU forderte darin einen Verzicht Teherans auf die Uran-Umwandlung und bot im Gegenzug die Lieferung von Kernbrennstoffen sowie eine wirtschaftliche Zusammenarbeit an. (AP)

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