Aktuelle Nachrichten – International
24.10.2010
Frankfurt/Main – Mit Millionenzahlungen vor allem an den Stabschef des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai versucht der Iran laut einem Bericht der "New York Times" Einfluss auf die Politik in Afghanistan zu nehmen. Bei einem Besuch Karsais Ende August im Iran habe der iranische Botschafter im Iran, Feda Hussein Maliki, kurz vor dem Rückflug Stabschef Umar Daudsai einen Plastikbeutel voll mit Euro-Noten gegeben, heißt es. Dies hätten Afghanen bestätigt, die an Bord des Flugzeugs waren.
Der Beutel mit Bargeld sei Teil eines geheimen und stetigen Stroms von Geld aus dem Iran, mit dem dieser versuche, seine Interessen in Afghanistan voranzutreiben, heißt es in dem Zeitungsbericht vom Samstag weiter. Der Iran nutze seinen Einfluss, um einen Keil zwischen die Afghanen und ihre amerikanischen und NATO-Verbündeten zu treiben. Dies hätten afghanische und westliche Gewährsleute berichtet.
Insgesamt habe der Iran mehrere Millionen nach Afghanistan gebracht, um Abgeordnete, Stammesführer und auch Taliban-Kommandeure zu bezahlen. "Das ist praktisch eine Schwarze Kasse des Präsidenten", sagte ein westlicher Gewährsmann in Kabul der Zeitung. Ein Berater Daudsais nannte die Vorwürfe "Unsinn".
Ein NATO-Vertreter wollte zu den Vorwürfen, dass Daudsai Geld angenommen habe, nicht Stellung nehmen. Er erklärte aber der "New York Times" zufolge, dass die iranische Regierung aggressiv versuche, die Mission der Amerikaner und der NATO zu untergraben und Einfluss in der Politik zu gewinnen. Iranische Agenten hätten den Wahlkampf mehrerer Abgeordneter bezahlt, die bei der Parlamentswahl im vergangenen Monat angetreten seien. (dapd)
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