Berlin – Ihre Fantasie scheint unerschöpflich zu sein. In ihren Romanen verwebt sie Mythologie, Geschichte und Gegenwart zu einer neuen Realität – und schafft es mit ihrer genialen Erzählkunst, Leser auf der ganzen Welt zu fesseln. So ist Isabel Allende zu einer der besten Botschafterinnen Lateinamerikas geworden. Ihre Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt und 35 Millionen Mal verkauft. Am Donnerstag feiert die chilenisch-amerikanische Autorin ihren 65. Geburtstag.
Mit Romanen wie „Das Geisterhaus“, „Liebe und Schatten“ und „Eva Luna“ stieg sie in den 80er Jahren zur international gefeierten Autorin auf, wurde wegen ihres Erzählstils in eine Reihe mit Autoren wie Gabriel Garcia Marquez oder Jorge Amado gestellt. Detailreich vermittelt sie in ihren Romanen Kultur, Politik und Geschichte ihrer Heimat vor dem Hintergrund der eigenen Biografie.
Sie gibt auch Unterdrückten eine Stimme, beispielsweise denjenigen, die unter dem Pinochet-Regime zum Schweigen verurteilt waren. „Ich rufe die Kräfte der Intuition herbei, die Leidenschaften und Obsessionen, die mich zu dem Schreibakt tragen“, erklärte die mit Preisen überhäufte Autorin einmal ihren Stil.
Ihr großes Erzähltalent zeigte sie bereits in ihrem Debütroman „Das Geisterhaus“, der monatelang an der Spitze der deutschen Bestsellerlisten stand und 1993 von Bille August verfilmt wurde. Die Familiensaga führt vom Beginn des 20. Jahrhunderts durch vier Generationen der bewegten chilenischen Geschichte und verbindet persönliche Schicksale und politische Konflikte.
Danach schrieb sie unter anderem „Aphrodite – Eine Feier der Sinne“, „Fortunas Tochter“ oder „Porträt in Sepia“. Zuletzt erschienen „Mein erfundenes Land“ und „Zorro“. Beeindruckend ist das autobiografische Buch „Paula“ – eine Geschichte in Form von Briefen an ihre todkranke Tochter Paula, die 1992 mit 29 Jahren starb.
Allendes Leben verlief aufregend und unstet. Geboren wurde sie am 2. August 1942 in Lima in Peru. Als sie drei Jahre alt war, trennten sich ihre Eltern. Sie wuchs bei ihrer Mutter in Santiago de Chile auf. Als diese einen chilenischen Diplomaten heiratete, folgten Umzüge 1953 nach Bolivien, drei Jahre später nach Beirut. Allende besuchte amerikanische und britische Privatschulen. Danach war sie Anfang der 60er Jahre für die UN in Chile, Brüssel und Genf tätig. Im Anschluss arbeitete sie als Journalistin und Fernsehmoderatorin. 1967 war sie an der Gründung der einzigen feministischen Zeitschrift Chiles „Paula“ beteiligt.
Nach dem blutigen Umsturz durch die Militärjunta unter General Augusto Pinochet 1973, bei dem der damalige Präsident – ihr Onkel Salvador Allende – ums Leben kam, konnte sie nicht weiter als Journalistin arbeiten und ging nach Caracas ins Exil. Sie lehrte Literatur an verschiedenen Universitäten, schrieb Theaterstücke und setzte sich für die Rechte von Frauen ein.
1986 siedelte sie nach Kalifornien über und übernahm später auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Seit 1988 ist sie in zweiter Ehe mit dem amerikanischen Rechtsanwalt Wiliam Gordon verheiratet. Ihr 1966 geborener Sohn und ihre Enkel wohnen ganz in ihrer Nähe.
http://www.isabelallende.com/ (AP)
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