Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
12.04.2011
London – Großbritannien und die Niederlande sollen nach Angaben des isländischen Präsidenten trotz einer gegenteiligen Volksabstimmung nun doch von Island rund 3,5 Milliarden Euro erhalten, die Anleger aus beiden Ländern bei der Pleite der Onlinebank Icesave verloren hatten. Das Vermögen der Landsbanki werde den zu zahlenden Betrag "aller Wahrscheinlichkeit" nach decken, sagte Präsident Olafur Ragnar Grimsson am Dienstag. Die Icesave-Bank war eine Tochter der Landsbanki.
Erst am Wochenende hatten sich die Isländer in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit gegen die Rückzahlung der Schulden ausgesprochen. Großbritannien hatte angekündigt, dass der Fall vor ein internationales Gericht kommen sollte.
Etwa 340.000 Briten und Niederländer hatten bei Icesave investiert. Nach dem Zusammenbruch der Bank im Oktober 2008 zahlten Großbritannien und die Niederlande das Geld zurück und wollen nun von Island Entschädigung. Wegen des Streits über die Schulden drohten Großbritannien und die Niederlande, ein EU-Beitrittsgesuch Islands zu blockieren.
Die Rückzahlung der Schulden war im Januar vom Parlament beschlossen worden, ein Veto des isländischen Staatspräsidenten führte aber zu dem Referendum. In einem ersten Referendum – zu anderen Konditionen – hatten sich die Isländer bereits 2010 deutlich gegen die Rückzahlung ausgesprochen.
(dapd)
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