Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Israel kündigt „neue Phase“ der Offensive in Gaza an – Ibrahim Barzak
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Warnung per Flugbatt Israel kündigt „neue Phase“ der Offensive in Gaza an

Ibrahim Barzak

10.01.2009

Mehl als Hilfslieferung der UN im Shati Flüchtlingslager in Gaza Stadt. (AP Photo/Adel Hana)
Mehl als Hilfslieferung der UN im Shati Flüchtlingslager in Gaza Stadt. (AP Photo/Adel Hana)

Gaza – Zwei Wochen nach Beginn ihrer Militäroffensive im Gazastreifen haben die israelischen Streitkräfte eine „neue Phase“ im Kampf gegen die Hamas angekündigt. Nach Militärangaben warf die Luftwaffe am Samstag über dem gesamten Gazastreifen Flugblätter ab, in denen die Bevölkerung aufgerufen wurde, zu ihrer eigenen Sicherheit den israelischen Anordnungen zu folgen.

Insbesondere wurden die Menschen vor einer Unterstützung der Hamas gewarnt und aufgefordert, sich von der radikalislamischen Organisation fernzuhalten. Israel kämpfe nicht gegen die palästinensische Zivilbevölkerung, sondern nur gegen die Hamas und Terroristen, hieß es in den in Arabisch verfassten Flugblättern, die als „allgemeine Warnung“ bezeichnet wurden.

Aus Militärkreisen verlautete, die Streitkräfte seien auf eine dritte Stufe der Offensive vorbereitet, bei der die Bodentruppen noch weiter in das Autonomiegebiet vorstoßen würden. Man warte nur noch auf die Zustimmung der Regierung. Den Gewährsleuten zufolge haben die Streitkräfte auch schon eine vierte Stufe geplant, die die vollständige Wiederbesetzung des Gazastreifens und den Sturz der dort regierenden Hamas vorsieht.

Israel weist Berichte über tödlichen Panzerangriff zurück

Ungeachtet der Forderung des Weltsicherheitsrates nach einer sofortigen Waffenruhe setzten Israel und die Hamas ihre Angriffe fort. Israelische Kampfjets griffen nach Militärangaben am Samstagmorgen mutmaßliche Extremisten sowie Abschussrampen für Raketen, Waffenlager und Tunnels an. 15 Militante seien bei Kämpfen getötet worden.

Bei einem israelischen Panzerangriff in Dschebalja sollen nach palästinensischen Angaben neun Zivilpersonen getötet worden sein, darunter zwei Kinder und zwei Frauen. Das Geschoss schlug demnach vor einem Haus ein, wo die Familie im Garten saß. Die israelischen Streitkräfte wiesen die Darstellung zurück. In dieser Gegend hätten die Truppen am Samstag keine Ziele angegriffen.

Auch der Raketenbeschuss Südisraels ging weiter. Am Samstag schlugen wieder mindestens 15 Raketen aus dem Gazastreifen ein. In Aschkelon wurde dabei ein Haus stark beschädigt, zwei Menschen wurden leicht verletzt.

Seit Beginn der israelischen Offensive am 27. Dezember kamen nach palästinensischen Angaben schon mehr als 800 Menschen im Gazastreifen ums Leben. Auf israelischer Seite gab es 13 Tote.

Um Rettungskräften und Hilfsorganisationen Gelegenheit zur Versorgung der Bevölkerung zu geben, unterbrach Israel am Samstag erneut seine Angriffe für drei Stunden. Helfer beklagten allerdings, dass diese Zeit viel zu gering sei.

Steinmeier fordert Plan für Waffenstillstand

Kindheit in Gaza Stadt. (AP Photo/Hatem Moussa)
Kindheit in Gaza Stadt. (AP Photo/Hatem Moussa)

Bundesaußenminister Steinmeier forderte in Kairo einen Arbeitsplan für einen dauerhaften Waffenstillstand. Nach einem Gespräch mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak sagte er zu Beginn seiner bis Sonntag dauernden Nahost-Mission, die jüngste UN-Resolution sei ein „wichtiger Schritt auf dem Weg, die Waffen zum Schweigen zu bringen“. Er bot zugleich Ägypten Hilfe bei der Überwachung der Grenze zum Gazastreifen an. Auf dem Programm standen auch Gespräche mit der israelischen Regierung.

Ägypten bemüht sich weiter um Vermittlung zwischen Israel und der Hamas. Militante Gruppierungen der Palästinenser in Syrien einschließlich der Hamas lehnten indes die Stationierung internationaler Beobachter oder Soldaten im Gazastreifen ab. In einer Erklärung bekräftigten sie ihr Recht auf Widerstand gegen die israelische Besatzung. Ferner forderten sie ein sofortiges Ende der israelischen Angriffe, einen vollständigen Abzug der israelischen Truppen und die Öffnung aller Grenzübergänge. (AP)

 

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