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Israel und die Hisbollah wollen Gefechte einstellen

Ramit Plushnick-Masti

13.08.2006

Rauch steigt aus dem von den Israelis, am Sonntag bombardierten Ort Kfar Tebnit auf. Sonntag, 13. Aug. 2006 (AP Photo/Mohammed Zaatari)
Rauch steigt aus dem von den Israelis, am Sonntag bombardierten Ort Kfar Tebnit auf. Sonntag, 13. Aug. 2006 (AP Photo/Mohammed Zaatari)

Jerusalem - Ein Monat nach Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah sollen ab Montag die Waffen schweigen. Das israelische Kabinett stimmte am Sonntag nach hitziger Debatte einer UN-Resolution zur Beendigung der Kämpfe. Die schiitische Hisbollah-Miliz werde nicht länger als Staat im Staate existieren, sagte Ministerpräsident Ehud Olmert nach Angaben aus Teilnehmerkreisen. Ungeachtet der geplanten Waffenruhe setzten Israel und die Hisbollah ihre Angriffe am Sonntag fort, dabei kamen mindestens mindestens zwölf Menschen ums Leben.

Die israelische Luftwaffe griff erneut den Süden Beiruts an. Innerhalb von nur zwei Minuten erschütterten mindestens 20 gewaltige Explosionen die libanesische Hauptstadt. Ziel der Angriffe war der Vorort Dahije, eine Hochburg der Hisbollah-Miliz, wie libanesische Fernsehsender meldeten. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Der Sender Al Arabija berichtete von mehreren zerstörten Gebäuden. Bereits zuvor hatten neuerliche Angriffe auf die libanesische Hafenstadt Tyrus und andere Gebiete mindestens elf Menschen das Leben gekostet. Die Hisbollah feuerte am Sonntag erneut 155 Raketen auf Nordisrael ab. Ein Mensch wurde getötet, weitere sieben erlitten Verletzungen, wie Rettungskräfte erklärten.

Der von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenstillstand soll am Montagmorgen um 7.00 Uhr MESZ beginnen. Danach sollen 15.000 libanesische Soldaten und noch einmal so viele UN-Blauhelme in das Gebiet zwischen der Grenze und dem Fluss Litani einrücken. Die Hisbollah und die 30.000 eingerückten israelischen Soldaten sollen das Gebiet nach der Resolution verlassen. Der israelische Minister Jaakov Edri sagte, Israel werde sich daran halten. «Wenn die libanesischen und die multinationalen Truppen einrücken, wird Israel sich zurückziehen und nicht vorher», erklärte Edri.

Die israelische Außenministerin Tsipi Livni verteidigte die UN-Resolution und erklärte, keine Streitmacht der Welt hätte die Hisbollah mit militärischen Mitteln allein entwaffnen können. Begleitende diplomatische Bemühungen seien notwendig gewesen. Die Ministerin forderte zugleich von der Hisbollah die Freilassung der beiden vor vier Wochen verschleppten israelischen Soldaten. Heftig diskutiert wurde bei der Kabinettssitzung die vor einigen Tagen beschlossene Ausweitung der Bodenoffensive zu einer Zeit, als die UN-Resolution schon absehbar war. Dabei waren allein am Samstag 24 israelische Soldaten getötet worden.

Der stellvertretende Ministerpräsident Schimon Peres sagte, Israel müsse einige Lektionen aus dem Krieg lernen. «Meiner Ansicht haben wir aber politisch und militärisch die Oberhand gewonnen», erklärte er. Kritiker in Israel erklärten allerdings, weder die libanesischen Streitkräfte noch die Blauhelme könnten die Hisbollah in Schach halten und weitere Waffenlieferungen aus dem Iran an die Miliz unterbinden.

Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora als auch Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah hatten der UN-Resolution bereits am Samstag zubestimmt. Nasrallah fügte jedoch hinzu, man werde die Kämpfe nicht einstellen, solange Israel nicht alle seine Soldaten abgezogen habe.

Die Gewalt kostete in den vergangenen vier Wochen mehr als 900 Menschen das Leben: mindestens 763 im Libanon, zumeist Zivilpersonen, und weitere 147 in Israel. Die israelischen Streitkräfte meldeten am Sonntag den ersten Tod einer Soldatin. Die 26-jährige habe in einem Hubschrauber gesessen, der am Samstag in der Nähe der libanesischen Ortschaft Jater abgeschossen worden sei, hieß es. Sie und vier weitere Soldaten wurden getötet.

(AP)

 

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