Aktuelle Nachrichten – International
31.10.2006
Beirut - Israelische Kampfflugzeuge haben am Dienstag Scheinangriffe auf eine Hochburg der Hisbollah in Beirut und zwei Ortschaften im Südlibanon geflogen. Mindestens sechs Mal stürzten sich israelische Jets im Tiefflug auf den Süden der libanesischen Hauptstadt, bevor sie wieder hochzogen. Die Bewohner reagierten verängstigt, Bomben wurden aber nicht abgeworfen. Die EU rief Israel zu einer Respektierung der libanesischen Grenzen auf. Europa erwarte ein vollständige Umsetzung der UN-Resolution vom 11. August, erklärte EU-Sprecherin Emma Udwin.
Die libanesischen Streitkräfte erklärten in einer Stellungnahme, acht israelische Kampfflugzeuge seien in libanesischen Luftraum eingedrungen und hätten sich dann getrennt. Vier hätten den Süden des Landes überflogen, die anderen vier die Mitte und Beirut. Man habe auf die Maschinen geschossen. Augenzeugen berichteten von weiteren Scheinangriffen auf die Ortschaften Nabatijeh und Tyrus. Der Verkehr auf dem internationalen Flughafen von Beirut, der im Süden der Stadt liegt, war nicht betroffen.
Was der Anlass der israelischen Militäraktion war, die rund eine halbe Stunde dauerte, war zunächst nicht bekannt. Nur wenige Stunden zuvor hatte der UN-Sondergesandte Terje Roed-Larsen vor dem Sicherheitsrat erklärt, die libanesische Regierung habe Waffenschmuggel von Syrien in den Libanon gemeldet.
Der Libanon hat mit Unterstützung der Vereinten Nationen wiederholt gegen die Verletzung seines Luftraums durch israelische Kampfflugzeuge protestiert. Die UN sehen darin einen Verstoß gegen den Waffenstillstand vom August, der 34-tägige Kämpfe zwischen der Hisbollah und den israelischen Streitkräften im Südlibanon beendete. Israel hat erklärt, man wolle mit den Flügen eine Wiederbewaffnung der Hisbollah verhindern.
Frankreich kritisierte die Scheinangriffe und forderte ihre Einstellung. Der Sprecher des französischen Außenministeriums, Jean-Baptiste Mattei, erklärte auf einer Pressekonferenz, die Überflüge seitens der israelischen Luftwaffe verletzten die libanesische Souveränität. Außerdem stünden sie im Widerspruch zum Geist der UN-Resolution 1701, in der Israel und der Libanon aufgefordert werden, die von den Vereinten Nationen gezogenen Grenzen zu respektieren.
(AP)
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